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Sant'Egidio bei der Münchner Sicherheitskonferenz

16 Februar 2016 - MONACO, DEUTSCHLAND

FriedenDeutschlandSyrien

Interreligiöser Dialog auf dem Weg zum Frieden und Schutz der Minderheiten im Nahen Osten

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Auf der Müncher Sicherheitskonferenz hat die Gemeinschaft Sant'Egidio gemeinsam mit der Hanns-Seidel-Stiftung eine Konferenz zum Thema "Zur Lage der christlichen und yezidischen Flüchtlinge in den syrischen Anrainerstaaten" organisiert, an der auch der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, sowie Vertreter der christlichen und yezidischen Minderheiten aus Syrien und dem Irak, der UNO-Sonderberichterstatter über Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Prof. Heiner Bielefeldt, und Erzbischof Schick, der Beaufragte der Deutschen Bischofskonferenz für weltkirchliche Fragen teilnahmen.

Bundesminister Müller dankte vor allem den Kirchen für ihren Einsatz, denn in vielen Krisenregionen ersetzen sie die fehlenden staatlichen Strukturen. Der interreligiöse Dialog sei von großer Bedeutung als Faktor der Konfliktlösung. Hier seien die Religionen und Kirchen gefordert. Verschiedene Teilnehmer wiesen in dieser Hinsicht auf das Modell der interreligiösen Treffen im Geist von Assisi hin, die seit 1986 von der Gemeinschaft Sant'Egidio organisiert werden und gerade in dieser Zeit von herausragender Bedeutung seien.

Prof. Klaus Reder von der Gemeinschaft Sant'Egidio erinnerte daran, dass unbedingt eine Lösung der Konflikte erforderlich sei, angefangen mit der humanitären Hilfe, um die Not der leidenden Bevölkerung in den Krisenregionen und vor allem der Minderheiten zu lindern. Er wies auf das neue Modellprojekt der Gemeinschaft Sant'Egidio und verschiedener evangelischer Kirchen in Italien hin, das in Zusammenarbeit mit der italienischen Regierung humanitäre Kanäle eingerichtet hat, um bedürftigen Flüchlingen im Libanon und Marokko durch humanitäre Visa einen sicheren Weg nach Italien zu ermöglichen, wo sie ihr Asylverfahren durchführen können. Dies Modell möchte einen Weg aufzeigen, um weitere Opfer auf dem Mittelmeer durch die Todesreisen zu verhindern, und soll in Zukunft auch auf weitere europäische Länder übertragen werden.