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Verschließen wir nicht unsere Herzen. Schauen wir nicht weg! Heute heißt die Gegenwart Gottes auch Rohingya. Jeder von uns gebe darauf seine eigene Antwort

5 Dezember 2017

Die Worte von Papst Franziskus
Rohingya

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Liebe Brüder und Schwestern,

wir alle sind euch nahe. Es ist wenig, was wir tun können, denn eure Tragödie ist sehr groß. Aber wir machen unser Herz weit! Im Namen aller – derer, die euch verfolgen; derer, die euch Böses getan haben; und vor allem für die Gleichgültigkeit der Welt – bitte ich um Vergebung. Vergebung. Viele von euch haben mir vom großen Herzen Bangladeschs erzählt, das euch aufgenommen hat. Jetzt wende ich mich an euer großes Herz. Es möge fähig sein, uns die Vergebung zu gewähren, um die wir bitten.

Liebe Brüder und Schwestern, der jüdisch-christliche Schöpfungsbericht sagt, dass Gott der Herr, den Menschen als sein Bild gemacht hat, ihm ähnlich (vgl. Gen 1,26). Wir alle sind dieses Bild. Auch diese Brüder und Schwestern. Auch diese sind Bild des lebendigen Gottes. Eine Tradition eurer Religionen sagt, dass Gott am Anfang ein wenig Salz genommen und in das Wasser geworfen habe, dass die Seele der Menschen war. Und so trägt jeder in sich etwas vom göttlichen Salz. Diese Brüder und Schwestern tragen in sich das Salz Gottes.

Liebe Brüder und Schwestern, machen wir der Welt nur deutlich, was der irdische Egoismus mit dem Bild Gottes anstellt. Tun wir ihnen weiter Gutes, um ihnen zu helfen. Bleiben wir weiter aktiv, damit ihre Rechte anerkannt werden. Verschließen wir nicht unsere Herzen. Schauen wir nicht weg! Heute heißt die Gegenwart Gottes auch Rohingya. Jeder von uns gebe darauf seine eigene Antwort.

Worte von Papst Franziskus an eine Flüchtlingsgruppe der Rohingya bei seiner apostolischen Reise nach Bangladesch (1.12.2017)