Lesung des Wortes Gottes
Halleluja, halleluja, halleluja.
Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.
Halleluja, halleluja, halleluja.
Das Buch Jesus Sirach 6,5-17
Eine süße Rede vermehrt Freunde und eine redegewandte Zunge vermehrt, was willkommen ist. Viele sollen es sein, die dir Frieden wünschen, deine Ratgeber aber - nur einer aus tausend. Wenn du einen Freund gewinnen willst, gewinne ihn durch Erprobung und vertrau ihm nicht zu schnell! Denn es gibt einen Freund zum für ihn günstigen Zeitpunkt, am Tag deiner Not bleibt er nicht. Es gibt einen Freund, der sich auf Feindschaft umstellt, er wird einen Streit zu deiner Schande enthüllen und es gibt einen Freund als Tischgenossen, am Tag deiner Not bleibt er nicht. In deinem Glück wird er sein wie du und er wird bei deinen Dienern das Wort führen; wenn du gedemütigt wirst, wird er gegen dich sein und er wird sich vor dir verbergen. Von deinen Feinden halte dich fern, vor deinen Freunden nimm dich in Acht! Ein treuer Freund ist ein starker Schutz, wer ihn findet, hat einen Schatz gefunden. Für einen treuen Freund gibt es keinen Gegenwert, seine Kostbarkeit lässt sich nicht aufwiegen. Ein treuer Freund ist eine Arznei des Lebens und es werden ihn finden, die den Herrn fürchten. Wer den Herrn fürchtet, hält aufrechte Freundschaft, denn wie er selbst, so ist auch sein Nächster.
[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]
Halleluja, halleluja, halleluja.
Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.
Halleluja, halleluja, halleluja.
Jesus Sirach gibt uns eine Beschreibung der Freundschaft als Anregung, unsere Beziehungen zum Nächsten nach den Weisungen der Schrift zu gestalten. Der Text weist auf einen Charakterzug der Freundschaft hin, der sich auf das Reden bezieht. Liebevolles und freundliches Reden "vermehrt, was willkommen ist". Härte und Lieblosigkeit hingegen werden niemals Freundschaften aufbauen können. Klug ist die Ermahnung, mit allen in Frieden zu leben. Dann folgt allerdings der Hinweis: "deine Ratgeber aber - nur einer aus tausend". Es gibt in der Tat Unterschiede in den Freundschaften, was nicht bedeutet, dass man sich distanzieren oder jemanden verachten soll. Grundsätzlich soll alles von einer friedlichen Beziehung geprägt sein. Es gibt eine Mühsal beim Aufbau von Freundschaften, die besonders in schwierigen Zeiten auf die Probe gestellt werden. "Denn es gibt einen Freund, zum ihm günstigen Zeitpunkt, am Tag deiner Not bleibt er nicht." Er bleibt in guten Zeiten treu, aber in der Erniedrigung schämt er sich deiner. Der Text endet dann jedoch mit einem Loblied auf den treuen Freund, für den es keinen Gegenwert gibt, der ein "starker Schutz", ein "Schatz", eine "Arznei" ist. Freundschaft erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Erinnern wir uns daran, dass auch Jesus seine Jünger "Freunde" und nicht mehr "Knechte" genannt hat. Auch Abraham und Mose wurden als "Freund Gottes" bezeichnet. Deshalb werden am Ende des Textes die treue und die wahre Freundschaft miteinander verbunden und auf die Furcht des Herrn bezogen. "Wer den Herrn fürchtet, hält aufrechte Freundschaft". In der Tat hat jeder von uns von Gott die Weisheit verliehen bekommen, in Freundschaft zu leben und Bindungen und Beziehungen zu anderen aufzubauen. Man könnte sagen, dass die Freundschaft die wichtige Arznei ist, um Einsamkeit zu heilen. Sie ist der Sieg über die Selbstbezogenheit, weil sie die Menschlichkeit Gottes zum Vorbild nimmt, der ein Freund des Menschen ist.
Gebetsintentionen
Herr Jesus, der Unglaube der Welt hat Dich nicht aufgehalten: Schenke uns die Gnade der Beharrlichkeit, damit wir unaufhörlich das Gebot der Nächstenliebe und die Sendung des Evangeliums leben.
Herr, wir beten für die Kirche: Lass sie weltweit ein Volk von Propheten sein, die Hoffnung aussäen und die Arbeiter für das Gute unterstützen. Begleite unseren Papst Franziskus immer durch die Kraft Deines Geistes.
Herr, wir beten für alle, die ihr Leben für die Weitergabe des Evangeliums einsezten, für alle Verfolgten, für alle, die das Martyrium erleiden, dass sie bei Dir und im Zeugnis der alten Propheten Kraft schöpfen, um in Treue und Beharrlichkeit zu leben.
Herr Jesus, Du bist gütig und von Herzen demütig, Du bist gekommen, um Deinem Volk Frieden zu bringen: Gib, dass alle Konflikte bald ein Ende nehmen. Gedenke aller, die entführt und überall auf der Welt Gefahren ausgesetzt sind.
Herr, wir bitten Dich für alle, die fern sind von Dir und die Dich ablehnen, dass sie Deine heilende Kraft spüren und Dein Wort der Befreiung vernehmen können.
Besondere Intentionen:
- für den Frieden auf der Welt
- für die Kranken
- für die alten Menschen
- für Afrika