Gebet an Ostern

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Die armenische Kirche gedenkt heute des "Metz Yeghern" (des Großen Übels). Sie erinnert damit an die während des Ersten Weltkriegs erlittenen Massaker, bei denen über eine Million Armenier getötet wurden.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Christus ist von den Toten auferstanden
und er stirbt nicht mehr,
er erwartet uns in Galiläa.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Apostelgeschichte 3,1-10

Petrus und Johannes gingen zur Gebetszeit um die neunte Stunde in den Tempel hinauf. Da wurde ein Mann herbeigetragen, der von Geburt an gelähmt war. Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels, das man die Schöne Pforte nennt; dort sollte er bei denen, die in den Tempel gingen, um Almosen betteln. Als er nun Petrus und Johannes in den Tempel gehen sah, bat er sie um ein Almosen. Petrus und Johannes blickten ihn an und Petrus sagte: Sieh uns an! Da wandte er sich ihnen zu und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen. Petrus aber sagte: Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, steh auf und geh umher! Und er fasste ihn an der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke; er sprang auf, konnte stehen und ging umher. Dann ging er mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. Alle Leute sahen ihn umhergehen und Gott loben. Sie erkannten ihn als den, der gewöhnlich an der Schönen Pforte des Tempels saß und bettelte. Und sie waren voll Verwunderung und Staunen über das, was mit ihm geschehen war.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Christus ist von den Toten auferstanden
und er stirbt nicht mehr,
er erwartet uns in Galiläa.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dieser Abschnitt berichtet von den ersten Schritten der Urgemeinde nach der Auferstehung. Vielleicht erinnerten sich die Apostel an die bei Lukas überlieferten ersten Unterweisungen Jesu: "Dann rief er die Zwölf zu sich und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und um Krankheiten zu heilen. Und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkünden und die Kranken gesund zu machen. Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd" (Lk 9,1-3). Dann sagt er noch, dass er sie jeweils zu zweit aussendet. Als Petrus und Johannes nun zum ersten Mal hinausgehen, leben sie diese Hinweise Jesu scheinbar wortwörtlich. Sie gehen zu zweit, haben nichts bei sich, weder Wanderstab noch Geld. Ihre Liebe, ihre gemeinsame Leidenschaft für das Evangelium ist ihre einzige Stärke. Das gilt für jede christliche Gemeinde. Petrus und Johannes machen sich als Erste auf den Weg, und diesen Weg muss man immer wieder neu einschlagen. Sie kommen zu der Schönen Pforte des Tempels und sehen einen Mann, der seit seiner Geburt gelähmt ist. Er ist vierzig Jahre alt; den größten Teil seines Lebens hat er wohl damit verbracht, an diesem Ort zu betteln. Er saß vor dem Tempel. Er konnte den Tempel nicht betreten, nicht nur weil er nicht gehen konnte, sondern auch wegen seiner Krankheit. Es gab damals ein trauriges Sprichwort, das lautete: "Der Blinde und der Lahme werden nicht eintreten". Auch heute sind viele Arme und manchmal auch ganze Länder leider gezwungen, draußen zu bleiben vor den Türen der Reichen. Wahrscheinlich erhoffte sich der Gelähmte von den beiden Jüngern nichts anderes als ein Almosen, als sie bei ihm vorbeikommen. Wie üblich streckt er seine Hand aus, wie es auch heute noch die Bettler tun. Petrus und Johannes "blickten ihn an und Petrus sagte: Sieh uns an!" Das Wunder beginnt mit dem Blick, mit einem Blick des Mitleids und der Barmherzigkeit. Die beiden Jünger gehen nicht vorbei, wie viele andere. Sie bleiben stehen und beginnen eine direkte Beziehung. Papst Franziskus ruft dazu auf: "Wenn ihr Almosen gebt, berührt mit der Hand ihre Hand!" Dieser Bettler bekommt viel mehr als ein Almosen. Schon mit dem Blick beginnt die Heilung. Und Petrus sagt: "Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, steh auf und geh umher!" Er fasst den Bettler an der rechten Hand und richtet ihn auf. Wir alle müssen das Evangelium mit dem Blick und den Händen von Petrus und Johannes leben. Die ersten Freunde und Begleiter auf diesem Weg sind die Armen, die Schwachen, die Kranken. Unsere Hände und Augen sind untrennbar mit ihren Augen und Händen verbunden.