Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Gedenken an Nunzia, eine Frau mit geistiger Behinderung, die 1991 in Neapel gestorben ist, und mit ihr an alle Menschen mit geistiger Behinderung, die im Herrn entschlafen sind.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 13,54-58

Jesus kam in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen in ihrer Synagoge, sodass sie außer sich gerieten vor Staunen und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Machttaten? Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder? Leben nicht auch alle seine Schwestern unter uns? Woher also hat er das alles? Und sie nahmen Anstoß an ihm. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat und in seiner Familie. Und er wirkte dort nicht viele Machttaten wegen ihres Unglaubens.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus kehrt nach Nazaret zurück, in seine "Heimat", zu "seiner Familie". In der Synagoge spricht er wie nie zuvor, mit einer Weisheit, die man schwerlich haben kann, wenn man aus einer einfachen Familie stammt und auch keine besondere Schule besuchte oder bekannte Lehrmeister hatte. Darauf lässt die Erzählung des Evangeliums schließen, wenn sie die Reaktion seiner Landsleute wiedergibt. Die Lehre in der Synagoge bestand darin, einen Teil des Ersten Testamentes vorzutragen und zu erklären. So ist die Reaktion der Leute aus Nazaret auf Jesu Erklärung voller Erstaunen: "Woher hat er diese Weisheit und die Machttaten?" Die Reaktion auf die Predigt Jesu ist von der Herzenshärte derer geprägt, die denken, dass jeder immer so bleibt wie er ist und niemand sich wirklich verändern kann. Die Folge dieser resignierten Lebenseinstellung ist, dass man sich in seinem eigenen Dorf verschließt und nichts tut. Doch dies ist kein Realismus, sondern traurige Resignation. Im Grunde zeugt dies auch von Unkenntnis über das Leben. Wir sind nunmehr mit der ganzen Welt verbunden, erfahren live, was in der Welt geschieht, aber haben für niemanden Träume, keinen Ehrgeiz für eine andere Welt oder ein besseres Leben. So gelingt es uns nicht, Jesus kennenzulernen, weil uns sein Traum von der Rettung der Welt ganz fremd erscheint. Doch die Armen, die Sünder, die der Liebe dringend bedürfen, erwarten eine bessere Welt, erkennen Jesus und hoffen auf ihn. Jesus hat Recht, wenn er sagt: "Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat und in seiner Familie." Den Herrn lernt man nicht ein für alle Mal kennen! Wir haben es weiterhin nötig, ihm jeden Tag mit ganzem Herzen zuzuhören. So wird er uns in den verschiedenen Phasen unseres Lebens das immer neue Geheimnis seiner Liebe offenbaren.