Gedenken an die Kirche

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Gedenktag des seligen Giuseppe Puglisi, Priester der Kirche von Palermo, der 1993 von der Mafia ermordet wurde.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 12,49-53

Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung. Denn von nun an werden fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Während Jesus die Jünger zur Wachsamkeit mahnt, spricht er davon, dass der Moment der Entscheidung gekommen ist. Denn mit ihm ist die Endzeit angebrochen, sodass die Entscheidung für das Evangelium nicht mehr aufgeschoben werden kann. Um den Jüngern sein Anliegen begreiflich zu machen, gebraucht er das Bild vom Feuer, das er selbst auf die Erde bringt: "Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!" Das Buch der Offenbarung wird dieses Bild im Zusammenhang mit dem Engel wiederaufgreifen, der am Ende der Zeiten Feuer auf die Erde wirft (Offb 8,5). Jesus will, dass die Jünger jedwede Haltung der Trägheit, Zögerlichkeit, Kälte und Verschlossenheit ablegen und sich dieselbe Sorge und Unruhe zu eigen machen, die auch ihn umtreibt. Er wird so lange unruhig sein, bis die Flammen der Liebe in den Herzen der Menschen auflodern. Deshalb ist der Jünger nicht zu einem engherzigen und geruhsamen Leben berufen, das auf das persönliche oder auch auf das Wohlergehen der eigenen Gemeinschaft ausgerichtet ist. Der Jünger ist von Jesus dazu berufen, in das Evangelium einzutauchen, gleichsam darin getauft - eben eingetaucht - zu werden und selbst zum Evangelium, zur guten Nachricht für die Stadt und für die Welt zu werden. Das meinte der Apostel Paulus, als er sagte: "Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir" (Gal 2,20). Die Nachfolge Jesu erfordert eine Trennung vom alten Leben, das von weltlichen - auch verwandtschaftlichen - Bindungen gehalten wird. Einzig das Evangelium ist das Feuer, das rettet und, ausgehend vom Herzen des je Einzelnen, die Welt verändert. Christus "ist unser Friede", wird Paulus später sagen (Eph 2,14), und der Herr selbst hat gesagt: "Selig, die Frieden stiften" (Mt 5,9). Auf dieser spirituellen Ebene besteht kein Widerspruch zwischen Frieden und Schwert. Der Friede, den Jesus bringt, ist nicht wie der, den die Welt gibt (vgl. Joh 14,27). Weder ist er eine engherzige Ruhe noch die Sicherheit der eigenen Traditionen. Damit man sich des Friedens erfreuen kann, der vom Evangelium kommt, braucht es eine Läuterung durch das Feuer, eine Scheidung des Guten vom Bösen, eine Unterscheidung zwischen dem Licht, das Jesus in die Welt bringt, und der Finsternis des Bösen.