Liturgie des Sonntags

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2. Sonntag im Jahreskreis
Gebet für die Einheit der Christen. Besonderes Gedenken an die altorientalischen Kirchen (die syrisch-orthodoxe, koptische, armenische, äthiopische und syro-malabarische Kirche) und an die assyrische Kirche.


Erste Lesung

Das Buch Jesaja 62,1-5

Um Zions willen werde ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein, bis hervorbricht wie ein helles Licht seine Gerechtigkeit und sein Heil wie eine brennende Fackel. Dann sehen die Nationen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit. Man ruft dich mit einem neuen Namen, den der Mund des HERRN für dich bestimmt. Du wirst zu einer prächtigen Krone in der Hand des HERRN, zu einem königlichen Kopfschmuck in der Hand deines Gottes. Nicht länger nennt man dich Verlassene und dein Land nicht mehr Verwüstung, sondern du wirst heißen: Ich habe Gefallen an dir und dein Land wird Vermählte genannt. Denn der HERR hat an dir Gefallen und dein Land wird vermählt. Wie der junge Mann die Jungfrau in Besitz nimmt, so nehmen deine Söhne dich in Besitz. Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich.

Antwortpsalm

Psalm 96

Singet dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Länder der Erde! Singt dem Herrn und preist seinen Namen, verkündet sein Heil von Tag zu Tag!

Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit, bei allen Nationen von seinen Wundern!

Denn groß ist der Herr und hoch zu preisen, mehr zu fürchten als alle Götter.

Alle Götter der Heiden sind nichtig, der Herr aber hat den Himmel geschaffen.

Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht, Macht und Glanz in seinem Heiligtum.

Bringt dar dem Herrn, ihr Stämme der Völker, bringt dar dem Herrn Lob und Ehre!

Bringt dar dem Herrn die Ehre seines Namens, spendet Opfergaben, und tretet ein in sein Heiligtum!

In heiligem Schmuck werft euch nieder vor dem Herrn, erbebt vor ihm, alle Länder der Erde!

Verkündet bei den Völkern: Der Herr ist König. Den Erdkreis hat er gegründet, so daß er nicht wankt. Er richtet die Nationen so, wie es recht ist.

Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke, es brause das Meer und alles, was es erfüllt.

Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst. Jubeln sollen alle Bäume des Waldes

vor dem Herrn, wenn er kommt, wenn er kommt, um die Erde zu richten. Er richtet den Erdkreis gerecht und die Nationen nach seiner Treue.

Zweite Lesung

Der erste Brief an die Korinther 12,4-11

Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem anderen durch denselben Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, einem anderen in demselben Geist Glaubenskraft, einem anderen - immer in dem einen Geist - die Gabe, Krankheiten zu heilen, einem anderen Kräfte, Machttaten zu wirken, einem anderen prophetisches Reden, einem anderen die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem anderen verschiedene Arten von Zungenrede, einem anderen schließlich die Gabe, sie zu übersetzen. Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 2,1-12

Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist! Sie brachten es ihm. Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn. Danach zog er mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinab. Dort blieben sie einige Zeit.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

Das Evangelium von der Hochzeit zu Kana gehört vielleicht zu den bekanntesten Abschnitten der Bibel. Allen ist die Szene mit der Mutter Jesu vertraut, die als Einzige bemerkt, dass der Wein ausgegangen war. Sie ist nicht um sich oder um ihr Erscheinungsbild besorgt. Ihre Augen und ihr Herz schauen darauf und sind darum besorgt, dass alle glücklich sind, dass dieses Fest nicht getrübt wird. Die Sorge um die jungen Leute drängt sie, sich an ihren Sohn zu wenden, damit er eingreift: "Sie haben keinen Wein mehr." Maria fühlt sich für dieses Fest und auch für die Freude der beiden Brautleute verantwortlich. In Kana weist Maria den Dienern den Weg: "Was er euch sagt, das tut". Dieser einfache Weg des Hörens auf das Evangelium wird auch uns als den Dienern der letzten Stunde gewiesen. Diesen Weg zu gehen, sind wir alle eingeladen. Ein Christ ist einer, der - genau wie diese Diener - auf das Evangelium hört. Die Kirche ahmt Maria nach und wiederholt unermüdlich: "Was er euch sagt, das tut!" Aus dem Gehorsam gegenüber dem Evangelium erwachsen die Zeichen des Herrn und seine Wunder mitten unter den Menschen.
Die Diener bekommen von Jesus einen einzigartigen Auftrag: "Füllt die Krüge mit Wasser!" Der Auftrag ist so einfach, dass man fast verleitet ist, ihn gar nicht auszuführen. Was hat denn das Wasser in den Krügen mit dem fehlenden Wein zu tun? Zwar verstehen sie den Sinn dieser Worte nicht vollständig, doch sind sie gehorsam. Auch wir verstehen häufig die Bedeutung der Worte des Evangeliums nicht gut. Doch was zählt, ist der Gehorsam gegenüber dem Herrn. Er ist es, der das Wunder vollbringen wird. Nachdem die Diener die sechs Krüge gefüllt haben, sollen sie daraus schöpfen und davon etwas zu Tisch bringen. Auch dieser Auftrag scheint seltsam. Doch wieder gehorchen sie, und das Fest ist gerettet. Man kann sogar sagen, dass es letztlich noch schöner endet, wie den Worten des für das Festmahl Verantwortlichen zu entnehmen ist: "Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten." Der Evangelist merkt an: "So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa." Das Fest in Kana fand "am dritten Tag" statt, sodass man angeregt wird, an den Sonntag, den Tag der Eucharistie zu denken, während die sechs steinernen Wasserkrüge mit den sechs Tagen der Woche verglichen werden können. Die Kirche ruft dazu auf, sie mit dem Wort des Evangeliums anzufüllen. So werden die vom Wort Gottes erleuchteten Tage freundlicher und bringen mehr Früchte hervor. Kana kann wirklich das Fest des Sonntags sein, mit dem Geschenk des Wortes und der Eucharistie. Es ist der gute Wein, den wir die ganze Woche hindurch bewahren können.