Gedenken an die Mutter des Herrn

Teilen Auf


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 13,36-43

Dann verließ er die Menge und ging in das Haus. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker! Er antwortete: Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches; das Unkraut sind die Kinder des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Schnitter sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gesetzloses getan haben, und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Als die Jünger zu Hause angekommen sind, bitten sie Jesus, ihnen das Gleichnis vom Unkraut zu erklären. In solchen Augenblicken der Nähe zwischen Jesus und den Jüngern fällt es leichter, Fragen zu stellen und sich ihm anzuvertrauen. Wir können sie mit jenen Momenten vergleichen, die jede Gemeinde erlebt, wenn sie sich zum gemeinsamen Gebet versammelt. Jesus ist dort gegenwärtig, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind. Das gemeinsame Hören auf das Wort Gottes hat eine ganz besondere Bedeutung und Gnade, die von seiner realen Gegenwart herrührt. Das ist der Sinn dieser freundschaftlichen Beziehung, die vor allem von Johannes betont wird, zum Beispiel wenn Jesus zu seinen Jüngern sagt: "Ich nenne euch nicht mehr Knechte, ... denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe" (Joh 15,15). Die Freundschaft mit Jesus ermöglicht es, tiefer in den Sinn des Evangeliums einzudringen. Er selbst erklärt den Jüngern, dass der gute Samen und das Unkraut gemeinsam wachsen. Die Geschichte der Menschen ist eine einzige. Gott ist gekommen, um sie zu seinem Himmelreich zu führen. Das Unkraut, das Böse, ist in der Welt und in den Herzen der Gläubigen wie auch in der Gemeinschaft der Jünger selbst gegenwärtig. In jedem Volk, in jeder Kultur, in jeder Gemeinde, in jedem Herzen wohnt Gutes wie Böses. Während es im Lauf der Geschichte, die wir leben, die Zeit der Geduld gibt, wird an ihrem Ende die Zeit der Ernte stehen, die Zeit des Urteils und der Scheidung. Im Herzen des Herrn aber findet sich immer die Hoffnung, dass auch das Unkraut sich in Weizen verwandeln kann, und dafür sind wir alle verantwortlich. Die Gläubigen müssen sich bemühen, das Unkraut zu verwandeln, das sie umgibt. Sie können dies tun, wenn sie jenen Anteil an Unkraut verwandeln, der in ihnen ist, wie auch im Herzen eines jeden von uns. Am Ende der Geschichte werden wir zusammen mit allen Gerechten wie die Sonne in seinem Reich strahlen können.