Vorabend des Sonntags

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Markus 2,13-17

Jesus ging wieder hinaus an den See. Da kamen Scharen von Menschen zu ihm und er lehrte sie. Als er weiterging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm nach. Und als Jesus in dessen Haus zu Tisch war, da waren viele Zöllner und Sünder zusammen mit ihm und seinen Jüngern zu Tisch; es waren nämlich viele, die ihm nachfolgten. Als die Schriftgelehrten der Pharisäer sahen, dass er mit Zöllnern und Sündern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Lesung des Markusevangeliums geht weiter. Es vereint uns Tag für Tag mit Jesus und seiner kleinen Gemeinschaft, die ihre ersten Schritte zur Verkündigung des Evangeliums tut. Jesus geht weiter am Ufer des Sees von Galiläa entlang - er "ging wieder hinaus", schreibt der Evangelist, als wollte er unsere Aufmerksamkeit darauf lenken, dass Jesus niemals vergeblich aufbricht - und trifft dort Levi, einen Zöllner, der an seiner Zollstation sitzt. Bekanntlich begegnete man den Zöllnern, also den Steuereintreibern, mit Misstrauen und strafte sie mit Verachtung. Jesus aber bleibt gerade vor diesem Sünder stehen. Er blickt ihn an und fordert ihn auf, ihm zu folgen. Levi lässt alles stehen und liegen und beginnt, Jesus zu folgen. Die kleine Gemeinschaft Jesu fängt an, auch zahlenmäßig zu wachsen. Wenn der Meister jemanden zur Nachfolge ruft, scheint es für ihn keine Rolle zu spielen, woher er kommt oder in welcher Situation er lebt. Er will uns klarmachen, dass es keine Vorbedingungen gibt, um zur Gemeinschaft der Jünger zu gehören. Es ist also nicht wichtig, wie wir sind, welche Geschichte oder welchen Charakter wir haben. Für Levi, später auch als Matthäus bekannt, wie für die vier ersten Jünger genügt es, auf ein einziges Wort zu hören: "Folge mir nach!" Sodann erzählt der Evangelist von dem Mahl, das Levi zu Ehren Jesu und der Jünger ausrichtet, zu dem er aber auch seine Freunde eingeladen hat, Zöllner und Sünder wie er. Die Pharisäer beschuldigen Jesus öffentlich des als sündig angesehenen Verhaltens: Mit Zöllnern und Sündern zu essen, bedeutete, selbst unrein zu werden. Offensichtlich wusste Jesus, dass er mit diesem Verhalten einen Skandal verursachen würde. Aber für Jesus bedeutete das Mahl mit den Sündern, die Neuigkeit des Reiches Gottes zu zeigen: Alle sind am Tisch des Vaters zugelassen, angefangen bei den Sündern. Was für die Pharisäer eine Sünde war, war für Jesus Evangelium. In diesem Mahl zeigte sich die ganze Kraft der Barmherzigkeit Gottes. Und so antwortete Jesus: "Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder."