Gedenken an die Kirche

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Fest Mariä Heimsuchung


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Amos 7,10-17

Amazja, der Priester von Bet-El, sandte zu Jerobeam, dem König von Israel, und ließ ihm sagen: Mitten im Haus Israel hat sich Amos gegen dich verschworen; seine Worte sind unerträglich für das Land. Denn so sagt Amos: Jerobeam stirbt durch das Schwert und Israel muss in die Verbannung ziehen, fort von seinem Boden. Zu Amos aber sagte Amazja: Seher, geh, flieh ins Land Juda! Iss dort dein Brot und prophezeie dort! In Bet-El darfst du nicht mehr prophezeien; denn das hier ist das königliche Heiligtum und der Reichstempel. Amos antwortete Amazja: Ich bin kein Prophet und kein Prophetenschüler, sondern ich bin ein Viehhirte und veredle Maulbeerfeigen. Aber der HERR hat mich hinter meiner Herde weggenommen und zu mir gesagt: Geh und prophezeie meinem Volk Israel! Darum höre jetzt das Wort des HERRN! Du sagst: Prophezeie nicht gegen Israel und geifere nicht gegen das Haus Isaak! Darum - so spricht der HERR: Deine Frau wird zur Hure in der Stadt, deine Söhne und Töchter fallen unter dem Schwert, dein Boden wird mit der Messschnur verteilt, du selbst stirbst auf unreinem Boden und Israel muss in die Verbannung ziehen, fort von seinem Boden.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die katholische und anglikanische Kirche gedenken heute des Besuches Marias bei Elisabet, von dem das Evangelium berichtet. Maria eilt sofort zu Elisabet, nachdem sie vom Engel erfahren hat, dass Elisabet schwanger ist. Maria „eilte", schreibt Lukas. Das Evangelium ruft immer zur Eile auf, es fordert dazu auf, die eigenen Gewohnheiten, Gedanken und Sorgen abzulegen. Wie viele Gedanken wird Maria sich wohl in diesen Augenblicken gemacht haben, nachdem das Wort Gottes ihr Leben gerade völlig auf den Kopf gestellt hat! Das Evangelium führt uns weg von uns selbst und hin zu denen, die leiden oder zumindest Hilfe brauchen wie die alte Elisabet mit ihrer schwierigen Mutterschaft. Als sie die junge Maria in ihr Haus kommen sieht, ist sie ganz und gar bis ins Innerste von Freude erfüllt. Es ist die Freude der Schwachen und Armen, wenn sie von den Dienerinnen und Dieners des Herrn besucht werden, „die geglaubt" haben, „dass sich erfüllt, was der Herr" ihnen „sagen ließ". Wenn das Wort Gottes gläubig angenommen wird, schafft es einen neuen und ungewöhnlichen Bund in der Welt, den Bund zwischen den Jüngern des Evangeliums und den Armen. Maria wurde die Erste der Gläubigen. In ihr erfüllt sich von Anfang an die Seligpreisung derer, die auf das Wort Gottes hören. Lukas überliefert hier die erste Seligpreisung des Evangeliums: „Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ." Die große Freude Marias als erster Jüngerin des Evangeliums kommt im Gesang des Magnifikat zum Ausdruck. Dieses Lied zeigt die Freude eines armen Mädchens aus einem abgelegenen Dorf am Rande des Reiches, als sie erlebt, dass sich der Herr des Himmels und der Erde ihr als seiner armen Dienerin zugewandt hat. Die Beachtung, die jeder von uns für sich einfordert, glaubt Maria nicht verdient zu haben. Sie weiß, dass alles, auch ihre Größe und Kraft von Gott kommt. Dieser Gott hat Israel befreit, er beschützt die Armen, bringt die Hochmütigen zu Fall und versorgt die Hungernden mit Gaben. Dieser Gott hat sich ihr zugewandt und ihr seine Liebe erwiesen, und sie hat ihn in ihrem Herzen aufgenommen. Seit diesem Tag hat Gott durch Maria unter den Menschen Wohnung genommen.