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Papst Franziskus: "Die Weisheit der alten Menschen schätzen" - Tagung "Die Kraft der Jahre. Ohne Träume altert man wirklich" in Florenz

20 Oktober 2019 - FLORENZ, ITALIEN

ÄLTEREPapst Franziskus

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"Konkrete politische Hilfsmaßnahmen für ihre Bedürfnisse und positive Modelle, um ihre Erfahrungen und Weisheit zu achten, werden benötigt." Das wünscht Papst Franziskus in einer Grußbotschaft an die Tagung "Die Kraft der Jahre. Ohne Träume altert man wirklich", die in Florenz im Palazzo Vecchio am 18. und 19. Oktober von der Gemeinschaft Sant'Egidio in Zusammenarbeit mit der Kommune, der Erzdiözese und der Stiftung Cr Florenz organisiert wurde. Der Papst äußerte den Wunsch, dass die Tagung einen Beitrag leistet, "um die Bedeutung der alten Menschen in der Gesellschaft hervorzuheben". Anwesend war auch der Imam von Florenz, Izzedin Elzir, der Vorsitzende des Stadtrates Luca Milani und der Sozialreferent Andrea Vannucci. 

Die Tagung entstand, um den alten Menschen eine Stimme in der Öffentlichkeit zu geben. Es ging um Herausforderungen der Gegenwart und den Versuch, den jungen Menschen Antworten zu geben, wozu die oft zum schweigen gebrachte Stimme derer gehört werden muss, die viele Jahre ihre Verantwortung im Leben wahrgenommen haben.

Für den Bürgermeister Nardella "sind die alten Menschen von grundlegender Bedeutung. Die Zukunft gehört den Jugendlichen, aber eigentlich allen; eigentlich glaube ich, dass es noch wichtiger ist, dass ein alter Mensch das Gefühl hat, die Zukunft aktiv mitgestalten zu können. Wenn das für die alten Menschen nicht der Fall ist, gilt das eigentlich für niemanden, denn wir brauchen die Erfahrung, Weisheit und das Gleichgewicht, um die Zukunft aufzubauen."

Die Senatorin Liliana Segre sagte in ihrer Videobotschaft: "Ich wende mich an alle als ideelle Großeltern. Man muss stark sein und unseren Enkeln immer eine Geschichte der Kraft und Hoffnung weitergeben, niemals von Hass, Gewalt oder solchen Dingen, die das Leben traurig gemacht haben. Stattdessen wird eine Vision der Liebe, die wir alle für sie empfinden, benötigt, wie auch die, die sie für ihre Kinder empfinden." Sie erwähnte auch: "Ich war auch einmal ein Kind. Ich wurde sehr von meiner Familie geliebt, wurde jedoch von der totalitären Gesellschaft ausgegrenztm ,in der ich lebte, weil ich Jüdin bin. Ich wurde aus der Schule ausgewiesen. Das Wort 'ausgewiesen' hat mich für immer geprägt."

Auch Enio Mancini war ein Kind, als in Sant'Anna di Stazzema die Nazis mit den Faschisten, die den Ort kannten, seine Familie und Freunde abführten. Er sagte: "Ich hatte Glück. Ich habe überlegt, anders als die ca. 140 Menschen aus dem Ort. Wenn man ein Kind tötet, tätet man die Menschheit. Wir liefen barfuß umher, ohne Schlappen, die wir Kinder trugen. Ich suchte meine Freunde und erkannte sie nicht." Das Feuer und die Waffen hatten sie unkenntlich geamcht: "Sie brachten mich weg, während die Väter verzweifelt zurückkehrten und ihre Kinder suchten, die unter den Opfern mit ca. 250 Frauen und Hunderten alten Menschen waren. Mit der Zeit sind Deutsche wieder gekommen an diesen Ort, jetzt treffe ich ihre Kinder in ihren Schulen."

Zeugnisse wie das von Enio Mancini gab es auch in einer großen Schwäche, die der italo-albanische Maler Besnik Sopoti erlebt hat, der das Bild der Tagung erstellt hat, "Märsche und Paraden des Nichts nahmen zu".

"Was am schädlichsten ist", sagte Kardinal Giuseppe Betori, der Erzbischof von Florenz, "die Tatsache, dass ein Gegensatz zwischen alten Menschen und Jugendlichen aufgebaut wird. Der Papst erinnert immer daran, dass Gesellschaft durch die Träume der Jugendlichen vorangebracht wird, aber auch durch die Erfahrung der alten Menschen. die Jugendlichen werden durch den Elan der Alten unterstützt."

Der alte Mann Cosimo Martinese wies auf viele Geschichten und besonders auf die von nicht wenigen alten Menschen hin, die in Florenz italienische und ausländische Kinder und junge Asylbewerber unterrichten. Darunter ist Godstime Akkelumele aus Nigeria, der heute in Florenz als Bäcker arbeitet, oder auch Francis Cobbinah aus Ghana, der als Metzger arbeitet und nach der Arbeit oft Obdachlosen etwas zum Essen bringt.

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Papst Franziskus:
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