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Sant’Egidio: die ersten humanitären Korridore nach Andorra

24 Oktober 2018 - ANDORRA

Humanitäre Korridore

Die ersten beiden Familien aus dem Libanon sind im Fürstentum angekommen

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Andorra hat die ersten beiden syrischen Flüchtlingsfamilien aus dem Libanon aufgenommen auf der Grundlage des zwischen der Gemeinschaft Sant’Egidio und dem Fürstentum unterzeichneten Protokolls zur Einrichtung der humanitären Korridore auch in dieser Nation.

Die beiden Familiengruppen bestehen aus vier Eltern und drei Kindern und werden in Andorra leben. Die Unterbringung und Gastfreundschaft wird durch die Betreuung der Regierung von Andorra und die großzügige Hilfe von Pfarreien, Verbänden und Zivilgesellschaft möglich, die ihre ehrenamtliche und unentgeltliche Unterstützung angeboten haben. Das Projekt sieht vor, dass in den kommenden Monaten weitere Flüchtlinge aufgenommen werden, insgesamt 20 im Verlauf von zwei Jahren: die Zahl ist zwar klein, aber bedeutsam für das kleine Fürstentum Andorra.

Die beiden Familien kamen mit einem Direktflug von Beirut nach Barcelona, dann fuhren sie mit einem Kleinbus nach Andorra. Voller Rührung sagten sie: „Wir sind dem Krieg entkommen und fahren in ein Land im Frieden. Wir danken Andorra von ganzem Herzen, dass dieses Land uns aufgenommen hat und eine bessere Zukunft anbietet.“

Für die Einrichtung der humanitären Korridore hat das Parlament von Andorra ein Gesetz über temporären und vorübergehenden Schutz aus humanitären Gründen verabschieden müssen, das „llei de protecció temporal i transitòria per raons humanitàries (Llei 4/2018, 22 de març). Dadurch wurde der rechtliche Rahmen für die humanitären Korridore in einem Land geschaffen, das nicht zur EU und auch nicht zum Schenkenraum gehört.

Die ersten humanitären Korridore wurden in Italien im Februar 2016 von der Gemeinschaft Sant’Egidio mit den evangelischen Kirchen Italiens eingerichtet in Absprache mit dem Innen- und dem Außenministerium. Dieses Projekt ist in Europa mittlerweile zu einem Modell geworden, denn auch andere Länder haben diesen Weg, der Solidarität und Sicherheit miteinander verbindet, eingeschlagen: Belgien, Frankreich, San Marino und jetzt auch Andorra.

 



Sant’Egidio: die ersten humanitären Korridore nach Andorra
Sant’Egidio: die ersten humanitären Korridore nach Andorra
Sant’Egidio: die ersten humanitären Korridore nach Andorra