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Weltflüchtlingstag – humanitäre Korridore als Antwort auf das Massensterben auf den Wegen der Flucht

21 Juni 2017 - WÜRZBURG, DEUTSCHLAND

DeutschlandFlüchtlinge

Beim Gedenken „Sterben auf dem Weg der Hoffnung“ fordert Weihbischof Puff die Einrichtung von humanitären Korridoren wie im Projekt von Sant’Egidio

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In diesen Tagen wird in vielen europäischen Städten das Gedenken an die Menschen begangen, die ihr Leben während der Reisen auf der Suche nach einem besseren Leben verloren haben. Auch in Deutschland wurde mit vielen Flüchtlingen und Neueuropäern an das Drama auf dem Mittelmeer und anderen Fluchtwegen gedacht, in Berlin, Würzburg und anderen Städten.

Über 32.000 Tote auf den Reisen der Hoffnung nach Europa in den letzten Jahren, über 65 Millionen Flüchtlinge weltweit – das sind die schrecklichen Zahlen eines Dramas, das in der allgemeinen Gleichgültigkeit und Verschlossenheit der europäischen Länder ignoriert wird. Die meisten von ihnen leben außerhalb Europas, während Mauern und Zäune auf unserem Kontinent errichtet werden, was das Leid der Flüchtlinge weiter vergrößert.

Um an die vielen Opfer zu erinnern, hat die Gemeinschaft Sant'Egidio in vielen Städten Gebetswachen mit dem Titel „Sterben auf dem Weg der Hoffnung“ organisiert. Gemeinsam mit verschiedenen Kirchen und christlichen Gemeinden, Orden, Verbänden und Organisationen und auch mit muslimischen Gemeinden werden Gebete gestaltet, bei denen das Verlesen vieler Namen, vor allem auch von Kindern dem oft anonymen Leid ein Gesicht verleihen. Das Entzünden von Kerzen gibt dabei vielen Geflüchteten die Gelegenheit, ihre Trauer über verlorene Freunde und Angehörige zu bekunden.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio bleibt nicht dabei stehen. Sie wird das schon in Italien begonnene Projekt der humanitären Korridore weiter ausweiten, durch das schon fast 1000 Flüchtlinge sicher nach Europa einreisen konnten und das jetzt auch in Frankreich umgesetzt wird. Dieses ökumenische Projekt ist nach den Worten von Weihbischof Puff beim Gedenken in Würzburg die wahre Antwort auf das Drama der Flüchtlinge. Auch in Deutschland bemüht sich Sant’Egidio, humanitäre Korridore einzurichten, damit das furchtbare Leid und Sterben und das tödliche Schlepperunwesen ein Ende haben.