Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Gedenktag des heiligen Karl von Jesus (Charles de Foucauld), des "universalen Bruders". 1916 wurde er in der algerischen Wüste getötet, wo er in Gebet und Geschwisterlichkeit mit dem Volk der Tuareg lebte.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesaja 25,6-10a

Der HERR der Heerscharen wird auf diesem Berg für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den feinsten, fetten Speisen, mit erlesenen, reinen Weinen. Er verschlingt auf diesem Berg die Hülle, die alle Völker verhüllt, und die Decke, die alle Nationen bedeckt. Er hat den Tod für immer verschlungen und GOTT, der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen und die Schande seines Volkes entfernt er von der ganzen Erde, denn der HERR hat gesprochen. An jenem Tag wird man sagen: Siehe, das ist unser Gott, auf ihn haben wir gehofft, dass er uns rettet. Das ist der HERR, auf ihn haben wir gehofft. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat. Denn die Hand des HERRN ruht auf diesem Berg. Moab aber wird an seiner Stätte zerstampft, wie Stroh in der Jauche zerstampft wird.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Heil wird als Festmahl beschrieben, das auf dem Berg Zion für alle Völker bereitet wird. Als Vater aller Völker möchte der Herr das Heil aller. Der Advent schenkt uns schon einen Vorgeschmack auf die Freude dieses Mahls. Leider wird das Heil heute häufig auch von Christen auf das individuelle Wohlergehen, die eigene Ruhe oder die eigene Gruppe beschränkt. Allzu viele Menschen werden auch heute noch nicht nur vom Festmahl "mit den feinsten, fetten Speisen" ausgeschlossen, sondern sie bekommen nicht einmal die Krumen, die vom Tisch der Reichen herabfallen, wie Jesus im Gleichnis vom armen Lazarus sagt. Leider hat auch die Globalisierung nicht zur Vergrößerung der festlichen Tafel geführt, damit alle daran einen Platz finden. Diese Prophetie offenbart den großen Traum Gottes, der eben seinen Sohn sendet, um sie zu verwirklichen. Denn niemand rettet sich allein, wie es auch nicht nur ein Heil für Einzelne gibt. Das Heil ist für alle. Der Prophet stellt klar: Mit eigenen Händen bereitet der Herr selbst das Festmahl für die Völker vor, damit eben niemand außen vor bleibt und alle sich an der Schönheit der Verbundenheit mit ihm und untereinander erfreuen. Jesus ist sich dieser prophetischen Tradition bewusst und greift die Vision vom Festmahl als Bild für das Himmelreich auf (Lk 14,15-24), zu dem Gott Arme, Krüppel, Blinde und Lahme einlädt. Beim Festmahl des Himmels fehlen die Reichen, nicht weil sie ausgeschlossen wären, sondern weil sie es ablehnen. Dabei wird das Festmahl des Reiches nicht erst am Ende der Zeiten Wirklichkeit. Schon jetzt ist der Herr am Werk. Schon jetzt wird bei diesem Festmahl die leidvolle "Hülle" beseitigt, die die Letzten und Verworfenen der Erde verhüllt. In dem Maße, wie wir die Geschwisterlichkeit unter den Völkern wachsen sehen, erleben wir, wie Ungerechtigkeit, Krieg, Gewalt und mit ihnen auch der Tod zurückweichen. Schon jetzt könnten wir mit dem Apostel Paulus sagen: "Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch unseren Herrn Jesus Christus" (1 Kor 15,55-57).