Liturgie des Sonntags

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17. Sonntag im Jahreskreis
Fest des Apostels Jakobus, des Sohnes des Zebedäus. Er war der Erste der Zwölf, der das Martyrium erlitt. Seine sterblichen Überreste werden in Santiago de Compostela verehrt.
Welttag der Großeltern und älterer Menschen.


Erste Lesung

Das zweite Buch der Könige 4,42-44

Einmal kam ein Mann von Baal-Schalischa und brachte dem Gottesmann Brot von Erstlingsfrüchten, zwanzig Gerstenbrote und frische Körner in einem Beutel. Elischa sagte: Gib es den Leuten zu essen! Doch sein Diener sagte: Wie soll ich das hundert Männern vorsetzen? Elischa aber sagte: Gib es den Leuten zu essen! Denn so spricht der HERR: Man wird essen und noch übrig lassen. Nun setzte er es ihnen vor; und sie aßen und ließen noch übrig, wie der HERR gesagt hatte.

Antwortpsalm

Psalm 145

Ich will dich rühmen, mein Gott und König, und deinen Namen preisen immer und ewig; ich will dich preisen Tag für Tag und deinen Namen loben immer und ewig.

Groß ist der Herr und hoch zu loben, seine Größe ist unerforschlich.

Ein Geschlecht verkünde dem andern den Ruhm deiner Werke und erzähle von deinen gewaltigen Taten.

Sie sollen vom herrlichen Glanz deiner Hoheit reden; ich will deine Wunder besingen.

Sie sollen sprechen von der Gewalt deiner erschreckenden Taten; ich will von deinen großen Taten berichten.

Sie sollen die Erinnerung an deine große Güte wecken und über deine Gerechtigkeit jubeln.

Der Herr ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Gnade.

Der Herr ist gütig zu allen, sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Danken sollen dir, Herr, all deine Werke und deine Frommen dich preisen.

Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden, sollen sprechen von deiner Macht,

den Menschen deine machtvollen Taten verkünden und den herrlichen Glanz deines Königtums.

Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten, deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht. [Der Herr ist treu in all seinen Worten, voll Huld in all seinen Taten]

Der Herr stützt alle, die fallen, und richtet alle Gebeugten auf.

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.

Du öffnest deine Hand und sättigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen.

Gerecht ist der Herr in allem, was er tut, voll Huld in all seinen Werken.

Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe, allen, die zu ihm aufrichtig rufen.

Die Wünsche derer, die ihn fürchten, erfüllt er, er hört ihr Schreien und rettet sie.

Alle, die ihn lieben, behütet der Herr, doch alle Frevler vernichtet er.

Mein Mund verkünde das Lob des Herrn. Alles, was lebt, preise seinen heiligen Namen immer und ewig!

Zweite Lesung

Der Brief an die Epheser 4,1-6

Ich, der Gefangene im Herrn, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging. Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens! Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 6,1-15

Danach ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt. Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll. Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele? Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. Als die Menge satt geworden war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt! Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Brocken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

Jesus setzt sich mit der Menge auseinander und er weiß, dass die Menschen ihm folgen, nicht nur weil sie Hunger nach Brot haben, sondern auch nach Heilung, nach guten Worten, einem Sinn für das Leben und einer Hoffnung für die Zukunft. Somit wird das Brot, das Grundnahrungsmittel des Menschen, zum Zeichen der Fürsorge Gottes für die Menschen. Der erste Hunger, den alle verspüren, ist der Hunger nach Liebe. Dieser Hunger ist kein Unglück, sondern unsere Wahrheit, ein Zeichen unserer Begrenztheit und unserer Zerbrechlichkeit. Auch Jesus hatte Hunger in der Wüste. Diesem Hunger steht die Liebe Gottes gegenüber und seine Sehnsucht nach Kommunion, damit der Mensch das Leben im Überfluss hat.
Jesus nimmt diesen Hunger wahr und bittet seine Jünger, der Menge Essen zu geben. Er tut dies mit einer konkreten Frage, gleichsam um die Bereitschaft seiner Jünger zur Liebe auf die Probe zu stellen: "Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?" Wenn die Liebe konkret ist und kein Märchen oder eine Ideologie, setzt sie sich mit den wahren Problemen der Menschen auseinander. Man liebt nicht nur mit Worten, sondern mit Taten und in Wahrhaftigkeit. Philippus und Andreas stellen sich Fragen. Philippus überschlägt die vorhandenen Ressourcen und Andreas findet einen Jungen, der etwas zu essen hat: fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Das ist nichts für die Menge, aber alles für Jesus. Denn wenn man bereit ist zu geben, wird auch dieses Nichts zu sehr viel. Im Evangelium heißt es, dass diese fünf Gerstenbrote und die zwei Fische durch die Gesten und Worte Jesu fünftausend Personen sättigten und sogar noch etwas übrigblieb. Statt von Vermehrung sollte man besser vom Teilen und vom Schenken sprechen. Dieser Überfluss ist es, der bewirkt, dass das Brot auch uns erreicht, um unseren Hunger nach Liebe zu stillen. Von Jesus direkt geht die Initiative aus, die Menge zu sättigen. Diese seine Geste ist vollkommen unentgeltlich. Sie entsteht ausschließlich durch seinen Blick auf die Menge, aus seinem Mitleid, aus seiner Barmherzigkeit. "Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus". Diese Geste Jesu zeigt auch, was jeden Sonntag auf dem Altar geschieht, wenn Jesus sich als Brot des Lebens verschenkt. Die Eucharistie ist der Ort der Begegnung zwischen Gott und den Menschen und steht unter dem Zeichen der Unentgeltlichkeit, der großen und barmherzigen Liebe. Der Evangelist schreibt, die Menschen seien, nachdem sie gegessen haben, so erstaunt gewesen über das, was Jesus getan hatte, dass sie ihn zum König ausrufen wollten. Doch Jesus floh erneut auf den Berg. Er wollte die Dringlichkeit des Bedürfnisses nach dem unvergänglichen Brot, nach einer liebevollen und dauerhaften Beziehung zum Herrn nicht schmälern. Zusammen mit Jesus auf dem Berg beten wir weiter: "Unser tägliches Brot gib uns heute!"