Liturgie des Sonntags

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3. Sonntag im Jahreskreis - Sonntag des Wortes Gottes
Gebet für die Einheit der Christen. Besonderes Gedenken an die christlichen Gemeinden in Europa und Amerika.


Erste Lesung

Jona 3,1-5.10

Das Wort des HERRN erging zum zweiten Mal an Jona: Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, der großen Stadt, und rufe ihr all das zu, was ich dir sagen werde! Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der HERR es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren. Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört! Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.

Antwortpsalm

Psalm 25

Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele.

Mein Gott, auf dich vertraue ich. Laß mich nicht scheitern, laß meine Feinde nicht triumphieren!

Denn niemand, der auf dich hofft, wird zuschanden; zuschanden wird, wer dir schnöde die Treue bricht.

Zeige mir, Herr, deine Wege, lehre mich deine Pfade!

Führe mich in deiner Treue und lehre mich;denn du bist der Gott meines Heiles. Auf dich hoffe ich allezeit.

Denk an dein Erbarmen, Herr,und an die Taten deiner Huld; denn sie bestehen seit Ewigkeit.

Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel! In deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist gütig.

Gut und gerecht ist der Herr, darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.

Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, die Gebeugten lehrt er seinen Weg.

Alle Pfade des Herrn sind Huld und Treue denen, die seinen Bund und seine Gebote bewahren.

Um deines Namens willen, Herr, verzeih mir; denn meine Schuld ist groß.

Wer ist der Mann, der Gott fürchtet? Ihm zeigt er den Weg, den er wählen soll.

Dann wird er wohnen im Glück, seine Kinder werden das Land besitzen.

Die sind Vertraute des Herrn, die ihn fürchten; er weiht sie ein in seinen Bund.

Meine Augen schauen stets auf den Herrn; denn er befreit meine Füße aus dem Netz.

Wende dich mir zu und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und gebeugt.

Befrei mein Herz von der Angst, führe mich heraus aus der Bedrängnis!

Sieh meine Not und Plage an, und vergib mir all meine Sünden!

Sieh doch, wie zahlreich meine Feinde sind, mit welch tödlichem Haß sie mich hassen!

Erhalte mein Leben und rette mich,laß mich nicht scheitern! Denn ich nehme zu dir meine Zuflucht.

Unschuld und Redlichkeit mögen mich schützen, denn ich hoffe auf dich, o Herr.

O Gott, erlöse Israel aus all seinen Nöten!

Zweite Lesung

Der erste Brief an die Korinther 7,29-31

Denn ich sage euch, Brüder: Die Zeit ist kurz. Daher soll, wer eine Frau hat, sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine, wer weint, als weine er nicht, wer sich freut, als freue er sich nicht, wer kauft, als würde er nicht Eigentümer, wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht.

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Markus 1,14-20

Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

Wir feiern heute das Fest des Wortes Gottes. Es ist ein sehr bedeutsames Fest, dessen Ursprung im II. Vatikanischen Konzil liegt. Die Konzilsväter drückten den Wunsch aus, dass die Bibel in die Hände der Gläubigen zurückkehrt, jedes einzelnen Gläubigen. In der Kirche Sant'Egidio stehen die beiden Seitenaltäre - der des Wortes Gottes mit den Bibeln in verschiedenen Sprachen und der der Armen mit den Kreuzen - einander gegenüber. Sie erinnern uns an die Treue zu diesen beiden untrennbaren Arten der Anbetung, zu zwei unabdingbaren Formen der Liebe. Papst Franziskus wollte, dass zusätzlich zum Fest des Wortes Gottes jedes Jahr das Fest der Armen gefeiert wird. Das Fest des Wortes Gottes wird am dritten Sonntag im Jahreskreis begangen, an dem die Liturgie den Beginn der Predigttätigkeit Jesu als Lesung vorschlägt. Das Fest der Armen hingegen beendet das liturgische Jahr am vorletzten Sonntag des Jahreskreises. Die beiden Feste erinnern uns an das Kirchenjahr als Nachfolge Jesu, vom Beginn seines Dienstes bis zur Fülle des Reiches.
Das Evangelium, das uns heute verkündet wurde, bringt uns - so könnte man sagen - zu den Ursprüngen dieses Festes zurück. Das Wort des Propheten war von Herodes eingesperrt worden. Diese Stimme, die in der Wüste gerufen hatte, erklang nicht mehr. Aber Jesus geht von Neuem von den Worten des Täufers aus: "Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!" Die Bekehrung beginnt, wenn das Evangelium das Herz erreicht. Von dort ausgehend beginnt ein neues Leben. Tatsächlich hört seit jenem Tag an den Ufern des Sees von Galiläa bis heute, wie es die Kirche beständig bezeugt, das Wort Gottes nie auf, die Herzen zu verwandeln und sie gut und stark für das Gute zu machen. Simon und Andreas, Jakobus und Johannes nahmen die Einladung Jesu an. Sie folgten ihm und wurden seine Jünger. Sie hörten ihn jeweils zu zweit, und gemeinsam, auch wenn sie nur zu viert waren, folgten sie dem Meister. So geschieht es jedes Mal. Jesus hielt ihnen keine komplizierten Reden. Er sprach eine Sprache, die sie, die Fischer, sofort verstehen konnten: "Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen." Sie verstanden, dass er sie für einen neuen Fischfang gerufen hatte, und "sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach". Das Evangelium, das sie miteinander, jeweils zu zweit, gehört hatten, schuf jene kleine Gemeinschaft, die bis zu uns gelangt ist.
Diese alte Szene, die mit Nüchternheit beschrieben ist, um gleichsam ihre Beispielhaftigkeit zu betonen, wird uns an diesem Fest des Wortes von Neuem vorgeschlagen. Der Herr ruft uns erneut, um weiterhin Menschenfischer im See der zahlreichen und bevölkerten Galiläas dieser Welt zu werden. Er ruft uns mit einer neuen Dringlichkeit zu einer mutigeren und kreativeren Großzügigkeit. Viele warten auf ein Wort, das ihr Herz berührt. Der Herr bittet uns, noch häufiger das Wort Gottes zur Hand zu nehmen, es gemeinsam zu hören. So werden wir alle in der Weisheit und in der Liebe zum Herrn und zu den Armen wachsen.