Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Gedenktag des heiligen Johannes Paul II., der im Jahr 2005 verstorben ist.
Gedenken an Maria Salome, die Mutter von Jakobus und Johannes, die dem Herrn bis unter das Kreuz nachfolgte und ihn ins Grab legte.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 12,54-59

Außerdem sagte Jesus zu der Volksmenge: Wenn ihr im Westen eine Wolke aufsteigen seht, sagt ihr sofort: Es gibt Regen. Und so geschieht es. Und wenn der Südwind weht, sagt ihr: Es wird heiß. Und es geschieht. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels wisst ihr zu deuten. Warum könnt ihr dann diese Zeit der Entscheidung nicht deuten? Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil? Denn wenn du mit deinem Gegner zum Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen! Sonst wird er dich vor den Richter schleppen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und der Gerichtsdiener wird dich ins Gefängnis werfen. Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch die letzte Münze bezahlt hast.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Warum gelingt es uns so oft nicht, die Zeichen des Herrn zu sehen, selbst wenn sie vor unseren Augen geschehen? Die Antwort ist einfach: weil wir so sehr um uns selbst und unsere Angelegenheiten kreisen, dass wir nichts anderes mehr sehen können. Dabei sind wir, wie Jesus sagt, sehr geschickt, wenn es darum geht, zu erkennen, ob es kalt oder warm wird. Dann blicken wir auf, um die Wolken anzuschauen, oder gehen aus dem Haus, um den Wind zu spüren. Jesus macht uns darauf aufmerksam, dass wir aufblicken sollten, um die Zeit des Heils zu verstehen. Das erste große Zeichen ist das Evangelium. Es ist das Zeichen aller Zeichen. "Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten?" fragt Jesus mahnend. Es ist dringend notwendig, die Welt, in der wir leben, zu verstehen, eine Welt, die von der Tragödie der Pandemie und all ihren Folgen gekennzeichnet und, wie nun deutlich wird, im Guten wie im Bösen verbunden ist. Ein objektives Urteil, ein echtes, für die Hoffnung offenes Geschichtsverständnis erwächst aus dem Umgang mit der Schrift, aus dem Hören auf Gottes Wort, das uns den Verstand erleuchtet und das Herz öffnet, damit wir die Zeichen Gottes in der Geschichte der Menschen verstehen. Deshalb hat einer der bekanntesten Theologen des 20. Jahrhunderts, Karl Barth, gerne gesagt, dass der Christ in der einen Hand die Bibel und in der anderen die Zeitung hält. Die Heilige Schrift ist ein Licht für unsere Schritte. Genau wie in dem Beispiel, das Jesus anführt, muss man noch auf dem Weg zum Gericht, ehe das Urteil gesprochen wird, zu einer Einigung mit dem Gegner gelangen, denn sonst ist es zu spät. Das Wort Gottes hilft uns, die Zeichen der Gegenwart Gottes wahrzunehmen und zu erkennen, wie dringend diese unsere Zeit das Evangelium der Liebe braucht.