Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Fest der Verklärung des Herrn auf dem Berg Tabor.
Gedenken an Hiroshima in Japan, wo im Jahr 1945 die erste Atombombe abgeworfen wurde.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Markus 9,2-10

Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihnen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien ihnen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und überschattete sie und es erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemanden mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Berg der Verklärung, den die spätere Tradition mit dem Berg Tabor identifiziert, ist ein Bild für jeden spirituellen Weg. Wir können uns vorstellen, dass Jesus auch uns ruft, um uns mit auf den Berg zu nehmen wie die drei Jünger, die ihm am nächsten standen, damit wir bei ihm die Erfahrung der innigen Gemeinschaft mit dem Vater erleben. Manche Kommentatoren meinen, die Erzählung handle von einer spirituellen Erfahrung, die vor allem Jesus machte, von einer himmlischen Vision, die eine Verklärung in ihm bewirkte. Diese Annahme hilft uns, das spirituelle Leben Jesu in seiner tieferen Bedeutung auszuloten. Teilweise wird vergessen, dass auch er eine spirituelle Entwicklung durchmachte, wie das Evangelium selbst bestätigt: "Jesus wuchs heran und seine Weisheit nahm zu." Auch er erfuhr die Mühe und die Freude einer fortschreitenden Entwicklung. Auch er hatte wie schon Abraham und dann Mose und Elija und wie jeder Gläubige einen Aufstieg auf den Berg zu bewältigen. Jesus empfand selbst ebenso das Bedürfnis, zum Vater "hinaufzusteigen" und ihm zu begegnen. Zwar ist die Gemeinschaft mit dem Vater sein ureigenstes Sein, sein ganzes Leben und sein tägliches Brot, sie ist das Wesen seiner Sendung und das Herzstück all dessen, was er ist und tut. Doch auch er brauchte wohl Momente, in denen die Fülle dieser vertrauten Beziehung in Fülle zum Ausdruck kommt. Die Jünger jedenfalls brauchen solche Momente ganz sicher. Der Tabor war ein solch einzigartiger Moment der Gemeinschaft, den das Evangelium auf die gesamte Geschichte des Volkes Israel ausdehnt, wie die Anwesenheit von Mose und Elija belegt, die "mit Jesus redeten". Jesus erlebte diese Erfahrung nicht allein. Er ließ seine drei engsten Freunde daran teilhaben. Es war einer der bedeutendsten Momente im persönlichen Leben Jesu, und dies galt auch für die drei Jünger und alle, die sich auf diesen Aufstieg einlassen. In der kirchlichen Tradition gibt es zahlreiche Interpretationen für dieses Evangelium. Sehr häufig wird gesagt, das monastische Leben sei ein Abglanz der Verklärung, da es eine radikale Entscheidung erfordert. Doch auch im Alltagsleben mit dem Herrn, beim Gebet und beim Hören auf die Schrift sind wir immer gerufen, unser Leben zu verklären wie auch die Welt, die uns umgibt.