Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 15,21-28

Jesus ging weg von dort und zog sich in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Schick sie fort, denn sie schreit hinter uns her! Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, Herr! Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Es soll dir geschehen, wie du willst. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus geht in heidnisches Gebiet. Dieses Überschreiten der Grenzen sagt viel über die universale Perspektive des Evangeliums aus: von Anfang an überquert es Grenzen. Diese Frau hatte wahrscheinlich gehört, dass gut über Jesus gesprochen wurde. Sie will die Gelegenheit nicht verpassen, Hilfe für ihre vom Dämon besessene Tochter zu suchen. Anfangs gibt Jesus ihr keine Antwort. Der Evangelist merkt ausdrücklich an: "Jesus aber gab ihr keine Antwort." Trotz dieses Schweigens Jesu gibt sie nicht auf. Jesus selbst hat einmal zu den Jüngern gesagt, sie sollen ohne Unterlass und unermüdlich beten. Diese Frau handelt schon danach. Sie spricht auch die Jünger an, damit sie sich für sie einsetzen. Nun folgt ein wichtiger Hinweis über die Bedeutung der Fürbitte der Gläubigen für die Bedürftigen, wie es auch bei dieser Frau ist. Die Jünger sagen zu Jesus: Tu etwas, und "schick sie fort". Die Antwort Jesu an die Jünger scheint hart zu sein. Weit davon entfernt zu resignieren, bittet die Frau weiter. Sie kommt zu Jesus und wirft sich vor ihm nieder, dann ruft sie nur wenige Worte: "Herr, hilf mir!" Jesus antwortet ihr: "Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den kleinen Hunden vorzuwerfen". Diese Frau hört zu und beginnt ein Gespräch mit Jesus. Sie versteht nicht, dass die Anrede "Hund" in der biblischen Tradition für Feinde, Sünder und Götzen dienende Heidenvölker verwendet wurde. Doch sie macht sich genau diese Formulierung Jesu in ihrem buchstäblichen Sinn zunutze und wagt es, Jesus Widerstand entgegenzusetzen. Sie beginnt ein Ringen mit ihm. Das Gebet ist eben auch Kampf. Ihr Vertrauen auf diesen Propheten ist in gewisser Weise größer als dessen eigener Widerstand. Daher antwortet Jesus mit einer für die Evangelien unüblichen Aussage: dieser Glaube ist groß, es handelt sich nicht um Kleingläubigkeit. Einem solchen Glauben kann nicht einmal Gott widerstehen.