Gedenken an die Armen

Teilen Auf

Gedenktag der Heiligen Joachim und Anna, Vorfahren des Herrn. Gedenken an alle alten Menschen, die mit großer Liebe ihren Glauben an die Jüngeren weitergeben.
Gedenken an Maria, eine psychisch kranke Frau, die 1992 in Rom gestorben ist. Mit ihr denken wir an alle psychisch Kranken.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 13,31-35

Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen, damit sich erfülle, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen, ich spreche aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Oft achten wir die bescheidenen Anfänge des Evangeliums gering. Ohne Geduld zu haben wollen wir sichtbare Ergebnisse. Wir wünschen uns, dass alle Widrigkeiten und auch unsere Zerbrechlichkeit aufhören. Dieses Gleichnis lehrt uns, dass gerade aus dem kleinsten und unbedeutendsten Samenkorn - das aber wirklich aus dem Evangelium kommen muss - etwas sehr Großes entsteht! Diese Lektion wird im folgenden Gleichnis wieder aufgenommen. Eine Frau will Brot backen. Sie fügt dem Mehl eine kleine Menge Sauerteig hinzu, verknetet das Ganze zu einem Teig und lässt ihn, mit einem Tuch bedeckt, die ganze Nacht hindurch gehen. Am Morgen hat die kleine Handvoll Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert. Auch hier macht der Evangelist auf das Missverhältnis zwischen der Bescheidenheit des Anfangs und der Größe des Ergebnisses aufmerksam. So ist es mit dem Evangelium. Diese Worte sagen uns, dass es nicht auf die geringe Menge und die Schwäche ankommt. Vor Gott kommt es darauf an, wirklich Sauerteig zu sein. Wenn es ein echter Sauerteig ist, durchsäuert er den Teig, wenn er einmal in ihn hineingemischt wurde, und er lässt ihn wachsen, bis er zum Backen bereit ist. Genauso ist es mit dem Samen, der nur dann Frucht bringen kann, wenn er in die Erde fällt und stirbt. Das ist das Geheimnis der Liebe: Nur wer sich verschenkt und für die anderen verliert, kann seine Kraft erweisen. Wer sein Leben bewahren will, wird es verlieren. Wer es aber für die anderen verliert, wird es bereichert wiederfinden. Das gilt auch für die Gemeinschaft der Gläubigen. Sie ist klein und schwach, doch wenn sie sich vom Geist des Herrn leiten lässt, wird sie zu einer Pflanze, die vielen Platz bietet und zu einem Sauerteig, der das Leben der Menschen durchwirkt.