Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 6,19-23

Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen! Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Die Leuchte des Leibes ist das Auge. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Leib hell sein. Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus warnt, dass wir uns nicht abmühen sollen, irdische "Schätze", Güter und Reichtümer zu sammeln. Und dieser Hinweis hat auch triftige Gründe: Diese vergänglichen Schätze sind der Zerstörung ausgesetzt wegen der Motten, und weil Diebe sie stehlen können. Es ist nicht sinnvoll, das Leben auf den Besitz irdischer Güter hin auszurichten. Das erinnert an das Gleichnis vom reichen Mann, der eine reiche Ernte in seinen Scheunen anhäuft, fest davon überzeugt, auf diesem Weg Sicherheit für sein Leben zu finden. Doch dann kommt der Tod und macht seine Pläne zunichte (vgl. Lk 12,14-21). Jesus ruft uns auf, mit Weisheit "Schätze im Himmel" zu sammeln, denn diese kann uns niemand rauben. Jesus kennt die Gedanken unserer Herzen genau und erinnert an eine tiefe Wahrheit: "Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz." Darin ist die zentrale Bedeutung des Herzens und der Dinge, die im Leben wirklich von Bedeutung sind, begründet. Man könnte leicht meinen, dass der zu erwerbende "Schatz" mit Reichtum, Ruhm, Erfolg, Karriere oder zumindest mit der Selbstverwirklichung in der Welt verbunden ist. Jesus möchte unser Herz für das Himmelreich öffnen. Für diesen Schatz sollen wir uns unbedingt entscheiden. Daher ruft er zum Sammeln der Schätze im Himmel auf. Es geht dabei darum, schon auf Erden danach zu streben, was auf ewig im Himmel Bestand hat: Geschwisterlichkeit, Frieden, Solidarität, Liebe zu allen und vor allem zu den Armen. Das sind die Schätze im Himmel. In dieser Hinsicht können wir den anschließenden Abschnitt über das Auge als Leuchte des Leibes verstehen. In der zeitgenössischen Sprache bezieht er sich auf die Ganzheitlichkeit des menschlichen Lebens. In unserer Sprache ist das Herz die Leuchte des Leibes. Aus dem Herzen stammen die guten oder auch die schlechten Gefühle. Wenn das Herz das Evangelium aufnimmt, wird ihm Licht auf dem Weg zum Himmelreich gemacht. Ein trübes oder von Finsternis erfülltes Herz wird den Weg der Vergänglichkeit einschlagen. Benedikt XVI. hat ein schönes Bild für das Herz des Jüngers verwendet und vom "sehenden Herzen" gesprochen. Wenn der Jünger vom Licht des Evangeliums erleuchtet wird, kann er den wahren Schatz des Lebens erkennen.