Gedenken an die Armen

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 15,26-16,4

Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Ich habe es euch aber gesagt, damit ihr euch, wenn die Stunde kommt, daran erinnert, dass ich es euch gesagt habe. Das habe ich euch nicht gleich zu Anfang gesagt; denn ich war ja bei euch.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus hat die Jünger zuvor auf den Hass und die Verfolgungen aufmerksam gemacht, die sie wegen seines Namens von Seiten der "Welt" erdulden müssen (Joh 15,18-25). Nun verspricht er ihnen, dass er sie bei den Widerständen und vor den Gerichten nicht alleinlässt. Er wird sie begleiten und stützen, damit sie in der gegenseitigen Liebe und im Zeugnis für das Evangelium bis zu den Grenzen der Erde ausharren. Das wird auch nach seiner Himmelfahrt fortdauern. Er sagt: "Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen." Man muss an die Kirchengeschichte am Ende des ersten Jahrhunderts und die johanneische Gemeinde denken, die sowohl durch jüdische Behörden als auch durch Vertreter des Römischen Reiches verfolgt wurde. "Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten." Diese traurigen Ereignisse haben sich bis in unsere Tage ständig wiederholt. Besonders beispielhaft ist das christliche Martyrium unserer Zeit durch Fundamentalisten, die sogar im Namen Gottes töten. Der Heilige Geist, den der Sohn den Jüngern vom Vater weitergibt, ist die stützende Kraft für die Kirche. Es ist eine spirituelle Kraft, die die Jünger vereint, untereinander verbindet, sie gut und stark macht und sie in die ganze Welt aussendet, damit sie die Liebe Gottes bezeugen, die vom Bösen erlöst und aus aller Knechtschaft befreit. Sie wird daher immer auf teilweise auch gewalttätigen Widerstand stoßen durch denjenigen, der Spaltungen unter den Menschen verbreiten möchte. Der Herr überlässt die Seinen nicht ihrem Schicksal. Für die Jünger bleibt die große Verantwortung: das Evangelium der Liebe in unserer Welt weiterzugeben, damit das Böse entfernt werde. Die Jünger sollen ihr Leben für diese Sendung einsetzen, die nur sie erfüllen können: nicht in der Einsamkeit ihrer Schwäche, sondern in der Kraft des Geistes, den der Vater gesandt hat.