Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Philipper 1,1-11

Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu, an alle Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, mit ihren Vorstehern und Helfern. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Ich danke meinem Gott jedes Mal, sooft ich eurer gedenke; immer, wenn ich für euch alle bete, bete ich mit Freude. Ich danke für eure Gemeinschaft im Dienst am Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt. Ich vertraue darauf, dass er, der bei euch das gute Werk begonnen hat, es auch vollenden wird bis zum Tag Christi Jesu. Es ist nur recht, dass ich so über euch alle denke, weil ich euch ins Herz geschlossen habe. Denn ihr alle habt Anteil an der Gnade, die mir durch meine Gefangenschaft und die Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums gewährt ist. Denn Gott ist mein Zeuge, wie ich mich nach euch allen sehne im Erbarmen Christi Jesu. Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher an Einsicht und jedem Verständnis wird, damit ihr beurteilen könnt, worauf es ankommt. Dann werdet ihr rein und ohne Tadel sein für den Tag Christi, erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus kommt, zur Ehre und zum Lob Gottes.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus schreibt diesen Brief an die Gemeinde von Philippi aus dem Gefängnis. Er bezieht Timotheus, den er bald zu ihnen schicken wird, in den Gruß am Briefanfang mit ein und stellt sie beide als „Knechte Christi Jesu" vor. Ihr pastoraler Dienst wird als umfassender „Dienst am Evangelium" verstanden. Es erstaunt, dass der Apostel am Briefanfang nichts von seinen Schwierigkeiten schreibt. Stattdessen dankt er dem Herrn für ihr Zeugnis und für ihre „Gemeinschaft im Dienst am Evangelium". Außerdem schreibt er, dass das Leben der Gemeinde und ihr Einsatz für die Ausbreitung des Evangeliums ein gutes Werk sind, das der Herr bei ihnen begonnen hat und das er auch vollenden wird. Dem Apostel ist bewusst, dass die Gemeinde bei der Evangelisierung der Stadt Philippi eine zentrale Rolle spielt. In gewisser Weise ist er sogar stolz auf sie und bringt seine große Zuneigung zum Ausdruck: „Es ist nur recht, dass ich so über euch alle denke, weil ich euch ins Herz geschlossen habe. Denn ihr alle habt Anteil an der Gnade, die mir durch meine Gefangenschaft und die Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums gewährt ist." Die guten Nachrichten, die ihn aus der Gemeinde von Philippi erreichen, sind für den Apostel ein Trost. Er freut sich darüber und fühlt sich zugleich ermutigt. Die gemeinsame Leidenschaft für das Evangelium schafft starke und enge Bindungen, die weder die Entfernung noch die Schwierigkeiten lockern oder gar lösen können. Das Wachstum der Gemeinschaft ist immer Grund zur Freude. Wenn es darum geht, den Glauben zu leben, verleiht die Geschwisterlichkeit unter allen Jüngern Jesu eine außerordentliche Kraft. Das kann Paulus gerade in der Gefangenschaft bezeugen. Das Geheimnis dieser Kraft liegt im Gebet. Hat der Apostel zu Beginn das Dankgebet vorgeführt, so schreibt er den Philippern jetzt, dass er für sie betet. Das ist das Fürbittgebet: „Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher an Einsicht und jedem Verständnis wird". Für die anderen, also in diesem Fall für die ferne Gemeinde von Philippi zu beten zeigt, wie wichtig diese Geste der Gemeinschaft im Glauben ist. Wenn wir füreinander beten, knüpfen und verstärken wir das Netz der Geschwisterlichkeit der Christen in aller Welt.