Gedenken an die Armen

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Epheser 4,32-5,8

Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, wie auch Gott euch in Christus vergeben hat. Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder und führt euer Leben in Liebe, wie auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und Opfer, das Gott gefällt! Von Unzucht aber und Unreinheit jeder Art oder von Habgier soll bei euch, wie es sich für Heilige gehört, nicht einmal die Rede sein. Auch Sittenlosigkeit und albernes oder zweideutiges Geschwätz schicken sich nicht für euch, sondern vielmehr Dankbarkeit. Denn das sollt ihr wissen: Kein unzüchtiger, schamloser oder habgieriger Mensch - das heißt kein Götzendiener - erhält ein Erbteil im Reich Christi und Gottes. Niemand täusche euch mit leeren Worten: All das nämlich zieht auf die Ungehorsamen den Zorn Gottes herab. Habt darum mit ihnen nichts gemein! Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel Paulus ermahnt die Epheser, gütig zueinander, barmherzig und bereit zu sein, einander zu vergeben wie Gott uns vergeben hat. Die Gemeinschaft mit Gott erfordert die Gemeinschaft mit den Schwestern und Brüdern. Gott und seine Kinder sind nicht voneinander zu trennen. Vielmehr müssen wir Gottes Liebe in unser Herz aufnehmen. Der Apostel ruft die Christen von Ephesus auf, Gott nachzuahmen „als seine geliebten Kinder" und „ein Leben in Liebe" zu führen. Aufs Neue zeigt er den Grund für ein solches Verhalten auf: „Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder und führt euer Leben in Liebe, wie auch Christus uns geliebt ... hat". Der Gläubige führt sein „Leben in Liebe", weil Gott die Liebe ist. Sodann setzt Paulus seine konkreten Ermahnungen fort, die sich nun auf ein Laster richten, das die jüdische und später die christliche Polemik dem Heidentum oft zum Vorwurf gemacht haben: die Unzucht und ihre Folgen, nämlich Unreinheit und Habgier. All diese Verhaltensweisen, so Paulus, müssen aus dem Leben des Christen entfernt, ja dürfen nicht einmal mehr beim Namen genannt werden, weil sie die Heiligkeit des Christen, also die Tatsache antasten, dass er nicht sich selbst, sondern Gott gehört. Auch eine obszöne, das heißt unziemliche und zweideutige Sprechweise gilt es auszuräumen. De facto verbirgt sich hinter all diesen Verhaltensweisen ein Götzendienst. Der Gläubige darf sich von niemandem täuschen lassen, der törichte Überlegungen anstellt. Solche Menschen sind Kinder des Ungehorsams wie jene, die Gott abgelehnt haben. Der Jünger dagegen ist ein Kind des Lichts, ein Kind des Evangeliums: „Jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts!" Das ist die Verbindung zwischen dem empfangenen Geschenk und der Verpflichtung, die daraus erwächst. Deshalb dürfen wir nicht im Dunkel der Resignation und der Selbstbezogenheit verharren. „Wach auf, du Schläfer", schreibt Paulus, „und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein" (Eph 5,14). Die Christen sind aufgerufen, sich vom Licht des Auferstandenen durchfluten zu lassen und die Welt zu verändern, indem sie die heimtückische Versuchung überwinden, sich mit der Macht des Bösen abzufinden. Deshalb darf man sich nicht unbedacht, das heißt wie Menschen verhalten, die die Einsicht des Evangeliums verloren und die Kraft der Liebe vergessen haben. Die Ermahnung, sich nicht zu betrinken, warnt uns davor, uns von den Moden der Welt betäuben zu lassen. Weise ist es dagegen, sich vom Geist erfüllen zu lassen, der uns drängt, unserer Freude mit Psalmen, Hymnen und Liedern Ausdruck zu geben.