Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch der Sprichwörter 30,5-9

Jede Rede Gottes ist im Feuer geläutert; ein Schild ist er für alle, die bei ihm sich bergen. Füg seinen Worten nichts hinzu, sonst überführt er dich und du stehst als Lügner da. Um zweierlei bitte ich dich, versag es mir nicht, bevor ich sterbe: Falschheit und Lügenwort halt fern von mir; gib mir weder Armut noch Reichtum, nähr mich mit dem Brot, das mir nötig ist, damit ich nicht, satt geworden, dich verleugne und sage: Wer ist denn der HERR?, damit ich nicht als Armer zum Dieb werde und mich am Namen meines Gottes vergreife.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das 30. Kapitel des Buches der Sprichwörter enthält eine Sammlung, die Agur zugeschrieben wird. Der Text trägt Lehren zusammen, die in verschiedenen Epochen der Geschichte Israels entstanden sind und dem Leser zur Betrachtung vorgelegt werden. Der erste Teil des Kapitels verweilt bei zwei Aspekten des Weisheitsstrebens. Der Verfasser hebt vor allem hervor, welche Mühsal den Weisheitssuchenden erwartet: „Ich mühte mich ab", schreibt der Suchende, und gleich danach: Ich „bin am Ende" (Spr 30,1). In Wirklichkeit sind wir alle unbedeutend angesichts der Größe Gottes und der Schwierigkeit, seine Weisheit zu erfassen. Wir sind nie klug genug, um seinen Willen zu begreifen: „Ich bin zu dumm für einen Menschen, ich habe keinen Menschenverstand, ich habe keine Weisheit gelernt und keine Kenntnis des Heiligen erlangt" (Spr 30,2-3). Wer könnte eine solche Kenntnis denn auch erlangen? „Jede Rede Gottes ist im Feuer geläutert; ein Schild ist er für alle, die bei ihm sich bergen. Füg seinen Worten nichts hinzu". Wir sind es gewohnt, dem Wort Gottes Eigenes hinzuzufügen. Manchmal biegen wir es sogar so zurecht, dass es zu unseren Vorstellungen, unseren Plänen und Projekten passt, und nehmen ihm so seine verwandelnde Kraft. Doch wir sind vor allem aufgerufen, auf das Wort Gottes zu hören. Es bewahrt uns davor, in „Falschheit und Lügenwort" zu verfallen. Aus dem Zuhören erwächst auch die Weisheit, den Wegen des Herrn zu folgen. Das Wort Gottes verhilft auch zu einem weisen Gebrauch des Menschenworts. So erklärt sich die Mahnung: „Verleumde nicht", und so erklären sich auch die Hinweise in den letzten Versen, die zeigen, was aus denen wird, die das Wort Gottes nicht annehmen: „ein Geschlecht, das ... flucht und ... nicht segnet". Die Aktualität dieser Worte überrascht in einer Zeit der aggressiven Sprache. Wie viel Gewalt erwächst aus den Worten gegen die Armen, Worten der Verachtung und Verurteilung, die sie aus unserer Mitte verjagen sollen. Doch der Herr ist ihr Hüter und ihr Schutz und wir nehmen uns gemeinsam mit ihm ihrer Leiden an, damit ihnen Gerechtigkeit widerfährt.