Gedenken an die Mutter des Herrn

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch der Sprichwörter 21,1-6.10-13

Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs in der Hand des HERRN; er lenkt es, wohin er will. Jeder meint, sein Verhalten sei richtig, doch der HERR prüft die Herzen. Gerechtigkeit üben und Recht ist dem HERRN lieber als Schlachtopfer. Hoffart der Augen, Übermut des Herzens - die Leuchte der Frevler ist Sünde. Die Pläne des Fleißigen bringen Gewinn, doch der hastige Mensch hat nur Mangel. Schätze erwerben mit verlogener Zunge ist Jagen nach dem Windhauch und Suchen nach dem Tod. Das Verlangen des Frevlers geht nach dem Bösen, sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen. Muss der Zuchtlose büßen, so wird der Unerfahrene weise, belehrt man den Weisen, so nimmt er Einsicht an. Der Gerechte handelt klug am Haus des Frevlers, wenn er die Frevler ins Unheil stürzt. Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Will der Gläubige die Weisheit des Herzens besitzen, dann muss er lernen, täglich in Demut zu erkunden, was in den Augen Gottes recht ist, und entsprechend zu handeln. Das ist die Bedeutung der Sprüchesammlung, auf die die Liturgie uns aufmerksam macht. Der Verfasser warnt: „Jeder meint, sein Verhalten sei richtig". Doch dem ist nicht so, denn es ist der Herr, der festlegt, ob diese Wege zum Leben oder zum Tod führen: „Der Herr prüft die Herzen." Der Weise versucht, die Wechselfälle dieser Welt mit Gottes eigenen Augen zu sehen, und lässt sich dabei vom Wort Gottes erleuchten, von dem er sich Tag für Tag ernähren soll. Es ist nicht nur unmöglich, den Gottesdienst vom Einsatz für Gerechtigkeit und Gleichheit zu trennen - für den Verfasser ist dieser Einsatz sogar wichtiger als der Gottesdienst. Die Weisheit, die direkt von Gott stammt, erfordert Güte und Barmherzigkeit: „Das Verlangen des Frevlers geht nach dem Bösen, sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen." Ganz klar wird hier ein hochmütiges und hartes Herz verurteilt, das unfähig ist, Mitleid mit dem Bedürftigen zu empfinden. Dadurch erscheint der Abschluss der Lesung noch eindrücklicher, der das zuvor Gesagte noch einmal erhellt. Der Verfasser erinnert an den Vorrang der Aufmerksamkeit für die Ärmsten. Ihr Schrei lässt Gottes Herz niemals gleichgültig. Der Gläubige muss sich gut einprägen, wie wichtig es ist, eine Vorliebe für die Armen zu haben, denn die Beziehung zu Gott selbst hängt davon ab: „Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft."