Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Nahum 2,1.3; 3,1-3.6-7

Seht auf den Bergen die Schritte des Freudenboten! Er verkündet Frieden! Juda, feiere deine Feste, erfülle deine Gelübde! Denn der Unheilstifter durchstreift dein Land nicht mehr; er ist völlig vernichtet. Wahrhaftig, der HERR stellt die Pracht Jakobs wieder her wie die Pracht Israels; denn Verwüster haben sie verwüstet und ihre jungen Reben vernichtet. Weh der Stadt voll Blutschuld; sie ist nichts als Lüge. Voll von Raffgier ist sie, vom Rauben lässt sie nicht ab. Knallen von Peitschen und Gedröhn rasselnder Räder, durchgehende Pferde und holpernde Streitwagen. Hochsteigende Reiter, flammende Schwerter, blitzende Lanzen, eine Menge Erschlagener, eine Masse von Toten, kein Ende der Leichen, man stolpert über ihre Leichen. Mit Kot bewerfe ich dich, gebe dich der Verachtung preis und mache dich zum Schaustück. Dann wird es geschehen: Wer immer dich sieht, schreckt vor dir zurück und sagt: Verwüstet ist Ninive. Wer hat Mitleid mit ihr? Wo soll ich suchen einen Tröster für dich?

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Nahum, ein sehr kurzer prophetischer Text, der in der Mitte des 7. Jahrhunderts vor Christus geschrieben wurde, überliefert Weissagungen gegen die Stadt Ninive, die stolze Hauptstadt des assyrischen Reiches, die von der aufstrebenden Großmacht Babylon verwüstet und erobert worden ist. In diesem Ereignis erkennt der Prophet Gottes gerechtes Urteil über einen der grimmigsten Feinde und Unterdrücker Israels. Die Niederlage des Erbfeindes ist für das Königreich Juda Anlass zum Jubel: „Juda, feiere deine Feste, erfülle deine Gelübde! Denn der Unheilstifter durchstreift dein Land nicht mehr; er ist völlig vernichtet." Dann spricht der Prophet sein Urteil über Ninive: „Weh der Stadt voll Blutschuld; sie ist nichts als Lüge. Voll von Raffgier ist sie, vom Rauben lässt sie nicht ab." Der Prophet verurteilt das System der Korruption, das sich in der Stadt etabliert und letztlich nicht nur das Miteinander zerstört, sondern auch die Möglichkeit einschränkt, das gesellschaftliche Leben überhaupt wiederaufzubauen. Denn Korruption heißt nicht nur, dass ein Verbrechen begangen wird, sondern dass sich ein System der Gewalt und Unterdrückung verfestigt. Die Korruption ist gleichsam ein Heer, das die Stadt verwüstet und in Brand steckt: „Knallen von Peitschen und Gedröhn rasselnder Räder, durchgehende Pferde und holpernde Streitwagen. Hochsteigende Reiter, flammende Schwerter, blitzende Lanzen, eine Menge Erschlagener, eine Masse von Toten, kein Ende der Leichen, man stolpert über ihre Leichen." Wir wissen, wie sehr Papst Franziskus gegen die Korruption ankämpft, weil sie jegliches Miteinander zerstört. Er geht sogar so weit, zu sagen, dass es für den, der sie fördert, keine Vergebung gibt. Die Umkehr zu Gott ist unerlässlich. Denn der Herr will den Aufbau seines Volkes und nicht das Inferno, das die Korruption mit sich bringt. Nachdem er den Feind vernichtet hat, baut Gott die Zukunft seines Volkes wieder auf: „Wahrhaftig, der Herr stellt die Pracht Jakobs wieder her wie die Pracht Israels; denn Verwüster haben sie verwüstet und ihre jungen Reben vernichtet." Der Prophet ruft aus: „Seht auf den Bergen die Schritte des Freudenboten! Er verkündet Frieden!" Der Herr - so verkündet es der Prophet - kehrt zurück, befreit sein Volk aus der Unterdrückung des Feindes und schenkt ihm den Frieden.