Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jeremia 31,1-7

In jener Zeit - Spruch des HERRN - werde ich der Gott aller Sippen Israels sein und sie werden mein Volk sein. So spricht der HERR: Gnade fand in der Wüste das Volk, das dem Schwert entronnen ist; ich gehe mit, um Israel zur Ruhe zu führen. Aus der Ferne ist mir der HERR erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir die Treue bewahrt. Ich baue dich wieder auf, du wirst aufgebaut sein, Jungfrau Israel. Du wirst dich wieder schmücken mit deinen Pauken, wirst ausziehen im Reigen der Fröhlichen. Du wirst wieder Weingärten pflanzen auf Samarias Bergen. Die sie pflanzen, werden sie auch genießen. Denn es kommt der Tag, da rufen die Wächter auf Efraims Bergland: Auf, lasst uns hinaufziehen nach Zion zum HERRN, unserem Gott! Ja, so spricht der HERR: Jubelt Jakob voll Freude zu und jauchzt über das Haupt der Völker! Verkündet, lobsingt und sagt: Rette, HERR, dein Volk, den Rest Israels!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Sprache der Liebe ist am besten geeignet, um den Bund des Herrn mit seinem Volk auszudrücken: „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir die Treue bewahrt. Ich baue dich wieder auf, du wirst aufgebaut sein, Jungfrau Israel." Die Liebe Gottes zu Israel ist „ewig", sie besteht für immer. Nichts kann ihr ein Ende setzen. Dieser Bund beginnt mit der Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens und mit der Übergabe des Gesetzes auf dem Sinai. Die Wüste war Zeuge der Liebe, mit der Gott, der Bräutigam, für seine Braut Israel sorgte. Auf jenem 40-jährigen Weg durch die Wüste lernte das Volk Israel, den Herrn zu lieben, und der Herr besiegelte einen Treuebund mit seinem Volk, der auf „ewiger Liebe" gründete. Die Wüste ist im Kontext dieses Bibeltexts kein mythischer Ort. Sie ist der Ort, an dem mit Ausdauer und Hingabe die Liebe erbaut wird. Dem Gläubigen wird die Kraft der Liebe Gottes und damit auch seiner Antwort auf den Bund bewusst. Auf diese Weise wird die Wüste zu einem Weg der Hoffnung, der „zur Ruhe" führt. Wir können uns fragen, wo die Wüsten unserer Tage sind. Vielleicht erkennen wir sie in unseren Städten, die oft wüst und leer von Leben und Liebe sind. Die Kirche ist berufen, die Städte der Menschen menschlicher und solidarischer zu machen. Die Gemeinschaften sind aufgerufen, aus ihren eigenen, engen und warmen Einfriedungen herauszugehen, um auf den Straßen und Plätzen der Peripherien der großen Städte zu wohnen und sie aus Orten der Einsamkeit und Gewalt in Orte der Liebe und des Friedens zu verwandeln. Jerusalem - der Name, der für alle Städte steht - heißt „Stadt des Friedens", denn in ihr wohnt der Herr. Deshalb erstrahlt sie, die auf dem Berg liegt, in einem Licht, das sich über die Erde ausbreitet. Die Einladung, nach Jerusalem zu gehen, bedeutet, nach oben zu steigen, das heißt, die Instinkte hinter sich zu lassen, die uns nach unten ziehen, und unser Leben dafür einzusetzen, dass der Plan Gottes für alle Völker, Arme und Kranke, „Blinde und Lahme" (Jer 31,8), Frauen und Mädchen wahr wird. Niemand darf übergangen werden.