Gedenken an die Heiligen und die Propheten

Teilen Auf


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesaja 10,5-7.13-16

Wehe Assur, dem Stock meines Zorns! Der Knüppel in ihrer Hand, das ist meine Wut. Gegen eine gottlose Nation sende ich ihn und gegen das Volk meines Grimms entbiete ich ihn, um Beute zu erbeuten und Raub zu rauben, um es zu zertreten wie Lehm in den Gassen. Doch Assur stellt es sich nicht so vor, sein Herz plant es anders, es hat nur Vernichtung im Sinn, die Ausrottung nicht weniger Nationen. Denn er hat gesagt: Das habe ich mit der Kraft meiner Hand und mit meiner Weisheit getan, denn ich bin klug. Und ich beseitige die Grenzen zwischen den Völkern, ihre Schätze plündere ich und stoße wie ein Held die Bewohner hinab. Gleich einem Vogelnest hat meine Hand nach dem Reichtum der Völker gelangt und wie man verlassene Eier sammelt, so habe ich die ganze Welt eingesammelt. Da war keiner, der mit den Flügeln schlug, keiner, der den Schnabel aufriss und piepste. Prahlt denn die Axt gegenüber dem, der mit ihr hackt, oder brüstet die Säge sich vor dem, der mit ihr sägt? Das wäre, wie wenn der Stock den Mann schwingt, der ihn hochhebt, oder wie wenn der Knüppel den hochhebt, der nicht aus Holz ist. Darum schickt Gott, der HERR der Heerscharen, gegen seine Fetten die Schwindsucht und statt seiner Pracht wird ein Brand brennen wie der Brand eines Feuers.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dieser Abschnitt ist eine geistliche Reflexion über die Ereignisse der Geschichte. Das Reich Assur hat sich von einem Werkzeug, durch das Gott handelt, in eine gewalttätige und arrogante Macht verwandelt. Doch dieser imperialistische Traum wird - wie zu allen Zeiten - von der Geschichte besiegt werden. Um Israel wieder zur Treue zum Bund zurückzuführen, bedient sich Gottes weise Liebe auch des mächtigen Reiches Assur und weist ihm eine strafende Rolle zu, die allerdings begrenzt ist. Diese Worte spiegeln ein theologisches Verständnis der Geschichte wider. Gott ist es, der die Geschichte lenkt. Doch wessen Augen die Geschichte nicht in der Tiefe lesen, wer also nicht mit dem Blick des Glaubens auf die Geschehnisse der Welt schaut, der versteht Gottes Handeln nicht und deutet die Ereignisse in verzerrter Weise, denn er glaubt, dass es die Mächtigen - oder diejenigen, die sich dafür halten - seien, die die Geschichte lenken. Diese hochmütige Sicht ihrer Kräfte lässt die Assyrer übergriffig werden. Denn anstatt Israel zurechtzuweisen, damit es vom Bösen Abstand nimmt, wollen sie es nun unterdrücken und ihrer eigenen Macht wegen unterjochen. Dies ist die Haltung all derer - großer wie kleiner - die glauben, sie seien die Herren über das Dasein eines anderen und dabei sich selbst behaupten wollen. Mit scharfen Worten zeigt Jesaja auf, welche Arroganz und Dummheit hinter dieser Art zu denken steckt. Er kündigt auch ihr unvermeidliches Scheitern an: „Darum schickt Gott, der Herr der Heerscharen, gegen seine Fetten die Schwindsucht". Nur in Gott und seiner Kraft ist das Heil zu finden. In einer Zeit wie unserer, in der Individuen, Gruppen und Völker der Macht nachlaufen, mit der sie die anderen zu beherrschen suchen, erklingen die Worte des Jesaja als Warnung und auch als Hoffnung für diejenigen, die sich demütig an den Herrn wenden, um seine Hilfe zu erbitten.