Gedenken an die Armen

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesaja 1,10-17

Hört das Wort des HERRN, ihr Wortführer von Sodom! Horcht auf die Weisung unseres Gottes, Volk von Gomorra! Was soll ich mit euren vielen Schlachtopfern?, spricht der HERR. Die Brandopfer von Widdern und das Fett von Mastkälbern habe ich satt und am Blut der Stiere, Lämmer und Böcke habe ich kein Gefallen. Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen - wer hat von euch verlangt, dass ihr meine Vorhöfe zertrampelt? Bringt mir nicht länger nutzlose Gaben, Räucheropfer, die mir ein Gräuel sind! Neumond und Sabbat, das Ausrufen von Festversammlungen, ich ertrage nicht Frevel und Feier. Eure Neumonde und Feste sind mir in der Seele verhasst, sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen. Wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut. Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen! Hört auf, Böses zu tun! Lernt, Gutes zu tun! Sucht das Recht! Schreitet ein gegen den Unterdrücker! Verschafft den Waisen Recht, streitet für die Witwen!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Prophet besteht darauf, das Wort Gottes anzuhören. Denn im treuen Hören auf das Wort Gottes kann auch in schwierigen Situationen die Hoffnung auf Rettung wachsen. Ganz Israel, die Führer und das Volk, wird mit Sodom und Gomorra verglichen, den zwei Städten, die den Fremden die Gastfreundschaft verweigert hatten und dann zerstört wurden, weil sie sich mit dieser schweren Sünde befleckt hatten. Es ist ein Wort von ungewohnter Härte. Nicht nur, dass religiöse Handlungen Gott nicht willkommen sind, wenn sie nicht mit Barmherzigkeit und Mitleid einhergehen - sie sind ihm sogar widerwärtig. Diese Worte des Propheten Jesaja erklingen mit noch größerer Dringlichkeit in dieser Zeit, in der wir ein ständig wachsendes Bedürfnis nach Barmherzigkeit und Frieden verspüren. Die heutige Gesellschaft mit ihren dramatischen Ungleichheiten muss den Sinn für eine globale, universale Solidarität wiederfinden. Sie braucht eine echte Nähe, die die Welt auf den Weg der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit führt. Eine Religiosität, die sich auf Rituale und Kulte beschränkt, reicht nicht aus. Das Gebet muss von Natur aus von der Liebe zu den Schwachen und Armen geprägt sein. Das ist der Wille Gottes für die Menschheitsfamilie, damit diese in Frieden lebt. Gott selbst fordert uns zum Gespräch mit ihm heraus, damit wir aufhören, Böses zu tun, und lernen, Gutes zu vollbringen und die Armen zu lieben. Auch wenn unsere Sünden schwer sind, auch wenn wir hartnäckig nur auf uns selbst hören, ist der Herr wirklich ein Freund der Menschen, denn er ist bereit, zu vergeben und unser Leben zu erneuern, wenn wir uns von seiner Barmherzigkeit erobern lassen.