Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Buch Daniel 3,14-20.46-50.91-92

Nebukadnezzar sagte zu ihnen: Ist es wahr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego: Meinen Göttern dient ihr nicht und das goldene Standbild, das ich errichtet habe, verehrt ihr nicht? Nun, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang der Hörner, Pfeifen und Zithern, der Harfen, Lauten und Sackpfeifen und aller anderen Instrumente hört, sofort niederzufallen und das Standbild zu verehren, das ich habe machen lassen, ist es gut; verehrt ihr es aber nicht, dann werdet ihr noch zur selben Stunde in den glühenden Feuerofen geworfen. Wer ist der Gott, der euch retten könnte aus meiner Hand? Schadrach, Meschach und Abed-Nego erwiderten dem König Nebukadnezzar: Wir haben es nicht nötig, dir darauf zu antworten: Siehe, unser Gott, dem wir dienen, er kann uns retten. Aus dem glühenden Feuerofen und aus deiner Hand, König, wird er uns retten. Und wenn nicht, so sei dir, König, kundgetan, dass wir deinen Göttern nicht dienen und das goldene Standbild, das du errichtet hast, nicht verehren. Da wurde Nebukadnezzar wütend; sein Gesicht verzerrte sich vor Zorn über Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Er ließ den Ofen siebenmal stärker heizen, als man ihn gewöhnlich heizte. Dann befahl er, einige der stärksten Männer aus seinem Heer sollten Schadrach, Meschach und Abed-Nego fesseln und in den glühenden Feuerofen werfen. Die Knechte des Königs, die die drei Männer in den Ofen geworfen hatten, hörten nicht auf, den Ofen mit Harz und Werg, Pech und Reisig zu heizen. So schlugen die Flammen bis zu neunundvierzig Ellen hoch aus dem Ofen heraus. Sie griffen um sich und verbrannten jeden Chaldäer, den sie im Umkreis des Ofens erfassen konnten. Aber der Engel des HERRN war zusammen mit Asarja und seinen Gefährten in den Ofen hinabgestiegen. Er trieb die Flammen des Feuers aus dem Ofen hinaus und machte das Innere des Ofens so, als wehte ein taufrischer Wind. Das Feuer berührte sie gar nicht; es tat ihnen nichts zuleide und belästigte sie nicht. Da erschrak der König Nebukadnezzar; er sprang auf und fragte seine Räte: Haben wir nicht drei Männer gefesselt ins Feuer geworfen? Sie gaben dem König zur Antwort: Gewiss, König! Er erwiderte: Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen. Sie sind unversehrt und der vierte sieht aus wie ein Göttersohn.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das dritte Kapitel im Buch Daniel berichtet von einem goldenen Standbild, das König Nebukadnezzar aufstellen ließ, damit es alle Untertanen seines Reiches anbeten. Doch einige Juden, und zwar Schadrach, Meschach und Abed-Nego, die nach der Zerstörung Jerusalems aus Judäa nach Babylon gekommen waren, weigern sich, das Standbild zu verehren, denn für sie war es ein Götzenbild. Deshalb wurden sie in einen Feuerofen geworfen. Angesichts einer Welt, in der viele Männer und Frauen gleichsam dem Untergang geweiht sind, keine Freiheit genießen und unter der Herrschaft der Gewalt stehen, wenden auch wir uns im Gebet an den Herrn in der Gewissheit, dass er seine Kinder erhört und ihnen zu Hilfe eilt. In jeder Bedrängnis können wir zum Herrn rufen, die von ihm vollbrachten Wunder preisen und so schon jetzt Freiheit und Heil erfahren. Im Hymnus beginnt jeder Vers mit dem Wort „gepriesen". Das Gebet ist zuallererst Lobpreis und schenkt Anteil am göttlichen Leben. Es bewahrt vor dem Fluch eines fern von Gott geführten Lebens. „Preist den HERRN", so lautet der Aufruf, ausgehend von Gott den Horizont der Welt zu betrachten. Der Lobpreis Gottes befreit einen jeden aus der kleinen Welt seiner persönlichen Aufgaben und führt in die Gemeinschaft mit allem Lebenden. So betrachten wir im Gebet das Schöpfungswerk Gottes, um mit allen Geschöpfen sein Erbarmen besingen zu können. Diese Entdeckung macht jeder Beter, der auch im tiefen Abgrund und im Angesicht des Bösen nicht aufhört, Gottes Lobpreis zu singen, und vom Tod befreit wird.