Gebet für den Frieden

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief des Jakobus 1,1-11

Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, grüßt die zwölf Stämme in der Diaspora. Nehmt es voll Freude auf, meine Brüder und Schwestern, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet! Ihr wisst, dass die Prüfung eures Glaubens Geduld bewirkt. Die Geduld aber soll zu einem vollkommenen Werk führen, damit ihr vollkommen und untadelig seid und es euch an nichts fehlt. Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern und macht niemandem einen Vorwurf. Wer bittet, soll aber im Glauben bitten und nicht zweifeln; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind hin und her getrieben wird. Ein solcher Mensch bilde sich nicht ein, dass er vom Herrn etwas erhalten wird: Er ist ein Mann mit zwei Seelen, unbeständig auf all seinen Wegen. Der Bruder, der in niederem Stand lebt, rühme sich seiner hohen Würde, der Reiche aber seiner Niedrigkeit; denn er wird dahinschwinden wie die Blume im Gras. Denn die Sonne geht auf mit ihrer Hitze und versengt das Gras; die Blume verwelkt und ihre Pracht vergeht. So wird auch der Reiche vergehen in allem, was er unternimmt.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Zu Beginn seines Briefes stellt sich Jakobus als „Knecht Gottes" vor. Auf diesen Titel gründet er die Autorität seiner Worte und fügt sich so in die biblische Tradition ein. Darin hatte der Herr Mose, Abraham, David und alle Propheten zu seinen Knechten erwählt. Jakobus wendet sich folglich mit apostolischer Autorität an alle christlichen Gemeinden, „die in der Diaspora leben". Auch wenn sie in allen Teilen der Welt zerstreut sind, sind sie doch durch das Evangelium Jesu in einem einzigen Volk Gottes vereint. Jakobus will, dass es den Gemeinden gut geht. Deswegen ermahnt er sie, auch inmitten der Schwierigkeiten und Prüfungen, die sie erdulden müssen, immer „voll Freude" zu sein. Die „Prüfung", so schreibt der Verfasser, ist in Wahrheit ein günstiger Augenblick für das Wachstum. Die Freude, von der Jakobus spricht, unterscheidet sich von der Freude der Welt, die um jeden Preis und zuweilen auch verzweifelt versucht, Widrigkeiten aus dem Weg zu gehen. Franz von Assisi wird später von der vollkommenen Freude inmitten der Prüfungen des Lebens sprechen. Die Versuchungen, in die der Teufel Hiob führte, erwiesen die Stärke seines Glaubens trotz aller Probleme. In den Prüfungen des Lebens soll das Licht des Glaubens aufstrahlen. Daran erinnern uns die vielen Märtyrer, angefangen bei jenen aus der ersten Christengeneration bis hin zu denen unserer Zeit, die selbst schwierigste Prüfungen im geduldigen Vertrauen auf Gott auf sich nahmen. Die Prüfungen des Lebens helfen, die Tugend der Geduld reifen zu lassen. Für den Apostel hat Geduld nichts mit Resignation zu tun. Vielmehr kann uns die Hast, mit der man immer alles schnell erledigen und sofort die Früchte seines Tuns sehen möchte, oberflächlich werden lassen. Die Geduld führt den Gläubigen hingegen dazu, sich an Gott zu wenden und ihn um die Weisheit zu bitten, mit der sich schwierige Momente angehen und überwinden lassen. Gott verschenkt die Weisheit demjenigen mit Großzügigkeit, der ihn darum bittet. Wir brauchen alle diese Weisheit. Wer hingegen allein sich selbst vertraut, so Jakobus, bleibt unsicher und unschlüssig, weil ihm jene innere Kraft ausgeht, mit der er auf die Prüfungen des Lebens reagieren kann. Deshalb ruft er dazu auf, mit dem Vertrauen von Kindern zu beten, die sich dem Vater anvertrauen in der Gewissheit, dass er alles verwirklichen wird, worum sie ihn bitten. Wir schwelgen dagegen gerne in unseren Unsicherheiten, die uns am Ende sogar lieb werden, und bleiben so an die zahlreichen Schwankungen unseres Herzens gebunden. Diese sind oft banal und oberflächlich, aber sie sind uns zu eigen, und dies so sehr, dass wir es nicht vermögen, uns von ihnen zu befreien. Bitten wir Gott also um die Weisheit des Herzens, damit wir im Leben stark und geduldig sind.