Gedenken an die Mutter des Herrn

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das zweite Buch Samuel 6,12-15.17-19

Als man König David berichtete: Der HERR hat das Haus Obed-Edoms und alles, was ihm gehört, um der Lade Gottes willen gesegnet, da ging David hin und brachte die Lade Gottes voll Freude aus dem Haus Obed-Edoms in die Davidstadt hinauf. Sobald die Träger der Lade des HERRN sechs Schritte gegangen waren, opferte er einen Stier und ein Mastkalb. Und David tanzte mit ganzer Hingabe vor dem HERRN her und trug dabei das leinene Efod. So brachten David und das ganze Haus Israel die Lade des HERRN unter Jubelschall und unter dem Klang des Widderhorns hinauf. Man trug die Lade des HERRN in das Zelt, das David für sie aufgestellt hatte, und setzte sie an ihren Platz in der Mitte des Zeltes und David brachte dem HERRN Brandopfer und Heilsopfer dar. Als David mit dem Darbringen der Brandopfer und Heilsopfer fertig war, segnete er das Volk im Namen des HERRN der Heerscharen und ließ an das ganze Volk, an alle Israeliten, Männer und Frauen, je einen Laib Brot, einen Dattelkuchen und einen Traubenkuchen austeilen. Dann gingen alle wieder nach Hause.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Nachdem David Jerusalem zur Hauptstadt des Reiches gemacht hatte, entschied er sich, die Bundeslade dorthin bringen zu lassen. Seit der Zeit des Mose war die Lade das Zeichen der Gegenwart des Herrn inmitten seines Volkes. Sie enthielt die Gesetzestafeln mit den zehn Geboten, ein Gefäß mit Manna zur Erinnerung an das Wunder in der Wüste und den Stab, der die Würde Aarons als Hoherpriester bestätigte. Nach dem Einzug des Volkes Israel in Kanaan war für die Lade noch kein endgültiger Ort gefunden worden. David entschied deshalb, sie in die neue Hauptstadt des Reiches überführen zu lassen. Weil er sich der Bedeutung dieses Einzugs bewusst war, „versammelte [er] wiederum alle jungen Krieger aus Israel". Alles ging ganz feierlich und zugleich in froher Stimmung vor sich. Es durfte jedoch nicht der Respekt fehlen, der dem Ort der Gegenwart Gottes geschuldet ist. Usa übertrat das Verbot, die heiligen Gegenstände zu berühren, und „streckte ... seine Hand nach der Lade Gottes aus und fasste sie an, denn die Rinder waren ausgebrochen ... Gott schlug ihn dort wegen der Vermessenheit neben der Lade Gottes und er starb dort." Das Fehlen der heiligen Ehrfurcht vor den göttlichen Dingen führt immer zum Untergang. David war betrübt über diesen Tod und bekam selbst „Angst vor dem Herrn". Alle Schriften bezeugen diese Ehrfurcht gegenüber Gott als unerlässliche Bedingung zur Anerkennung der Heiligkeit Gottes. Die Lade setzt ihre Pilgerreise fort, aber mit einem neuen Ritual. Sie wird nicht mehr auf einem Wagen transportiert, wie es der Gewohnheit der Philister entsprach, sondern nach dem Gebot des Mose (Num 4,5-15) auf den Schultern der Leviten. Von Zeit zu Zeit wurden auf dem Weg Dank- und Versöhnungsopfer dargebracht. David ging vor der Lade und „tanzte mit ganzer Hingabe vor dem Herrn her", um seine Begeisterung über dieses Ereignis zu zeigen. Seine Ehefrau Michal, eine Tochter des Saul, verstand diese Begeisterung nicht, sondern sie empörte sich sogar darüber. David antwortete, dass er sich vor den Israeliten bloßgestellt habe, weil er Dankbarkeit vor dem zum Ausdruck bringen wollte, der ihn zum König erwählt hat; vor ihm würde er sich sogar noch geringer machen. In dieser Erniedrigung Davids findet sich ein weiterer Hinweis auf den künftigen Messias, der sich entäußerte und wie ein Sklave wurde.