Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Gedenktag des heiligen Abts Antonius († 356). Er folgte dem Herrn in die Wüste Ägyptens und wurde zum Vater vieler Mönche.
Tag der Reflexion über die Beziehung zwischen Judentum und Christentum.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das erste Buch Samuel 8,4-7.10-22

Deshalb versammelten sich alle Ältesten Israels und gingen zu Samuel nach Rama. Sie sagten zu ihm: Du bist nun alt und deine Söhne gehen nicht auf deinen Wegen. Darum setze jetzt einen König bei uns ein, der uns regieren soll, wie es bei allen Völkern der Fall ist! Aber Samuel missfiel es, dass sie sagten: Gib uns einen König, der uns regieren soll! Samuel betete deshalb zum HERRN und der HERR sagte zu Samuel: Hör auf die Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir sagen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen: Ich soll nicht mehr ihr König sein. Samuel teilte dem Volk, das einen König von ihm verlangte, alle Worte des HERRN mit. Er sagte: Das werden die Rechte des Königs sein, der über euch herrschen wird: Er wird eure Söhne holen und sie für sich bei seinen Wagen und seinen Pferden verwenden und sie werden vor seinem Wagen herlaufen. Er wird sie zu Obersten über Tausend und zu Führern über Fünfzig machen. Sie müssen sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen. Sie müssen seine Kriegsgeräte und die Ausrüstung seiner Streitwagen anfertigen. Eure Töchter wird er holen, damit sie ihm Salben zubereiten und kochen und backen. Eure besten Felder, Weinberge und Ölbäume wird er euch wegnehmen und seinen Beamten geben. Von euren Äckern und euren Weinbergen wird er den Zehnten erheben und ihn seinen Höflingen und Beamten geben. Eure Knechte und Mägde, eure besten jungen Leute und eure Esel wird er holen und für sich arbeiten lassen. Von euren Schafherden wird er den Zehnten erheben. Ihr selber werdet seine Sklaven sein. An jenem Tag werdet ihr wegen des Königs, den ihr euch erwählt habt, um Hilfe schreien, aber der HERR wird euch an jenem Tag nicht antworten. Doch das Volk wollte nicht auf Samuel hören, sondern sagte: Nein, ein König soll über uns herrschen. Auch wir wollen wie alle anderen Völker sein. Unser König soll uns Recht sprechen, er soll vor uns herziehen und soll unsere Kriege führen. Samuel hörte alles an, was das Volk sagte, und trug es dem HERRN vor. Und der HERR sagte zu Samuel: Hör auf ihre Stimme und setz ihnen einen König ein! Da sagte Samuel zu den Israeliten: Geht heim, jeder in seine Stadt!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das achte Kapitel des ersten Buches Samuel nimmt eine Schlüsselstellung innerhalb der Geschichte des Königtums in Israel ein. Das Volk selbst fordert vom Herrn einen König. Samuel ist alt und noch im Amt, aber seine Söhne, die von ihm als Richter eingesetzt wurden, „gingen nicht auf seinen Wegen, sondern waren auf ihren Vorteil aus" (1 Sam 8, 3). Mit ihrem Verhalten verraten sie das Prinzip, auf das sich die Stabilität Israels gründete, nämlich die Wahrung der Gerechtigkeit für einen jeden ohne Privilegien und Bevorzugung. Ihre Verderbtheit greift das Zusammenleben in Israel radikal an. Samuel seinerseits hat nicht die Kraft, sie zurechtzuweisen oder gar aufzuhalten. Die Korruption ist überall verbreitet und die Situation des Volkes war aller Kontrolle entglitten. Die Ältesten des Volkes beschließen nun, einen König zu fordern, „wie es bei allen Völkern der Fall ist". Samuel schmerzt diese Forderung. Doch der Herr, der ein tieferes Verständnis hat, erklärt es ihm: „... denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen: Ich soll nicht mehr ihr König sein". Der Herr betont, dass die gesamte Geschichte Israels daraus besteht, dass sie ihn immer wieder verließen und anderen Göttern nachliefen. Er sagt zu Samuel, er solle den Ältesten gewähren, was sie von ihm fordern. Er heißt das nicht gut, aber er verhindert es nicht. Er fordert aber Samuel dazu auf, die Israeliten vor den Konsequenzen ihrer Entscheidung zu warnen. Das Volk wird von Neuem versklavt werden: „Ihr selber werdet seine Sklaven sein." Im Volk Israel ist die Erinnerung an den Exodus, an die Befreiung aus der Sklaverei, lebendig. Es muss davor gewarnt werden, dass das Königtum die alte Situation der Sklaverei wieder aufleben lässt. Wenn das Volk zu Gott schreien wird, um sich zu beklagen, wird der Herr nicht antworten. Mit der Forderung nach einem König wird der Kern dieses einmaligen Bundes, der den Herrn mit absoluter Treue an Israel bindet, zerbrochen. Das Volk zieht es vor, sich der Mentalität der anderen Völker anzupassen und denkt, dass der König der wahre Garant seiner Freiheit ist. Der Herr, der sein Volk mit Liebe und nicht als Tyrann führen möchte, lässt Israel die Freiheit, aber er warnt es, dass die Forderung nach einem König aus blindem Stolz geboren ist und zum Untergang führt. Zum Glück ist Gottes Liebe jedoch stärker als unser Verrat. Aber mit dem Herzen darf man nicht spielen, weder mit unserem noch mit dem Herzen Gottes.