Gedenken an die Mutter des Herrn

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Gedenken an Pater Christian de Chergé, den Prior des Trappistenklosters Notre-Dame de l'Atlas in Tibhirine in Algerien. Er wurde 1996 zusammen mit sechs Mitbrüdern von Terroristen entführt und ermordet.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Apostelgeschichte 14,19-28

Von Antiochia und Ikonion aber kamen Juden und überredeten die Volksmenge. Und sie steinigten den Paulus und schleiften ihn zur Stadt hinaus, in der Meinung, er sei tot. Als aber die Jünger ihn umringten, stand er auf und ging in die Stadt. Am anderen Tag zog er mit Barnabas nach Derbe weiter. Als sie dieser Stadt das Evangelium verkündet und viele Jünger gewonnen hatten, kehrten sie nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurück. Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, treu am Glauben festzuhalten; sie sagten: Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen. Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten. Nachdem sie durch Pisidien gezogen waren, kamen sie nach Pamphylien, verkündeten in Perge das Wort und gingen dann nach Attalia hinab. Von dort segelten sie nach Antiochia, wo man sie für das Werk, das sie nun vollbracht hatten, der Gnade Gottes übereignet hatte. Als sie dort angekommen waren, riefen sie die Gemeinde zusammen und berichteten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan und dass er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte. Und sie blieben noch längere Zeit bei den Jüngern.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Widerstand gegen die Predigt des Evangeliums hört nicht auf. Scheinbar wächst er sogar bis zur Steinigung des Paulus durch seine Feinde. Als er unter den Steinen zusammenbricht, denken alle, er sei tot. Sie gehen weg und lassen ihn dort am Straßenrand liegen. Nur die Jünger bleiben bei ihm. Hatte Paulus früher der Steinigung des Stephanus beigewohnt, muss er diese nun durch die Hand seiner ehemaligen Glaubensbrüder erleiden. Vielleicht denkt er an Jerusalem, als er bei der Steinigung des Stephanus die Kleider der Vollstrecker bewachte, während er nun den Schmerz der Steine spürt, die ihn treffen. Das Zeugnis des ersten Märtyrers wird ihm in dieser schrecklichen und äußerst leidvollen Prüfung sicherlich eine Stütze gewesen sein. Vom Trost der Jünger umgeben steht der Apostel jedoch wieder auf. Er flieht nicht einmal. Er kehrt sogar in die Stadt zurück. Am folgenden Tag setzt er seinen Weg fort, um das Evangelium anderswo zu verkünden. Dies könnte den Eindruck erwecken, Paulus würde Gefallen am Heldentum finden. Doch der wahre Grund für seine Kraft liegt in der Liebe zum Herrn, die ihm wichtiger ist als alles, sogar als das eigene Leben. Darin ist er auch für uns heute ein unübertroffenes Vorbild. Paulus erinnert uns daran, dass zur Liebe nach dem Evangelium, dass zur Liebe Jesu, auch das Kreuz gehört. Mit Barnabas kehrt Paulus schließlich nach Antiochia zurück, von wo aus sie aufgebrochen waren. Dort lehren sie weiter, damit die Gemeinde wächst und gestärkt wird. Vor allem aber kehren sie an den Ort zurück, wo man sie "der Gnade Gottes übereignet hatte". Mit allen Brüdern und Schwestern der Gemeinde freuen sie sich über das, was der Herr durch ihre Predigt gewirkt hat.