Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Buch Jeremia 18,18-20

Sie aber sagten: Kommt, lasst uns gegen Jeremia Pläne schmieden! Denn nie wird dem Priester die Weisung ausgehen, dem Weisen der Rat und dem Propheten das Wort. Kommt, wir wollen ihn mit Worten schlagen und auf keines seiner Worte achten. Gib du, HERR, Acht auf mich und höre das Gerede meiner Widersacher! Darf man Gutes mit Bösem vergelten? Doch sie haben mir eine Grube gegraben. Gedenke, dass ich vor dir stand, um Gutes über sie zu reden und deinen Zorn von ihnen abzuwenden!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

"Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel." (Jer 18,6). Diese Worte erinnern an die Erschaffung des Menschen. Der Herr formte ihn erst aus Erde und hauchte danach den Lebensatem in ihn. Und der Mensch wurde ein lebendiges Wesen (Gen 2,7). Wir dürfen nicht vergessen, dass die Lebensbedingungen jedes Mannes und jeder Frau davon gezeichnet sind, von der Erde genommen zu sein. Gott jedoch schätzt den Staub, welcher der Mensch ist, nicht gering, im Gegenteil, er wertet ihn auf. Er fährt nämlich fort, jeden von uns wie ein Töpfer zu formen, indem er uns seinen Geist des Lebens schenkt, damit wir "sein Bild, ihm ähnlich" werden. Der Herr verachtet unsere Armut und unsere Zerbrechlichkeit nicht. Er hört nie auf, sich über uns zu beugen, und wirkt ständig in uns, damit wir zu seinen Kindern heranwachsen, zu seinen Zeugen. Wir sind wirklich, wie Paulus sagt, "zerbrechliche Gefäße." Dennoch fährt er fort, durch sein Wort den Lebensatem in unsere Herzen hineinzulegen, den Hauch des Heiligen Geistes. Dieser Hauch der Anfänge ist nicht ein für alle Mal gegeben; jeden Tag wird er uns vom Herrn geschenkt, damit er uns auf dem Weg zur Fülle des Lebens beisteht. Jeremia erinnert uns an die große Verantwortung bei der Wahl, dem Herrn zu folgen. Wer dem Weg des Herrn und nicht dem Trotz des eigenen Herzens folgt, wird Segen erfahren. Wie traurig ist es, wenn man weiterhin nur sich selbst folgt und nur auf sich hört nach all dem Erbarmen und der Liebe, die man vom Herrn empfing. Und doch ist es die höchste Liebe, die man auf Erden finden kann. Wie in einer Prüfung der Liebe fragt der Herr sein Volk: "Fragt unter den Völkern, wer je Ähnliches gehört hat! ... Mein Volk aber hat mich vergessen ... Doch diese (Götzen) lassen sie straucheln auf ihren Wegen, den altgewohnten Bahnen." Im Leben erlebt man oft Rückschritte. Man bleibt nämlich nicht, wie man ist, wenn man nicht hinhört, sondern man kommt vom Weg ab, verschlechtert sich. Dies passiert, wenn wir vergessen, was wir erhalten haben, und zu unseren eigenen, selbstherrlichen Wegen zurückkehren. Versuchen wir also das Gebet des Propheten zu verstehen, der Gott in seiner herausfordernden Berufung zu Hilfe ruft. Bitten wir den Herrn um Beistand, um weiterhin die Kraft seiner Liebe und seines Erbarmens zu verkünden.