Gedenken an die Mutter des Herrn

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Hochfest des heiligen Josef
Hochfest des heiligen Josef, Bräutigam der Gottesmutter Maria, der in Demut das Kind zu sich nahm. Jahrestag der Amtseinführung von Papst Franziskus.


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Evangelium nach Matthäus 1,16.18-21.24

Jakob zeugte den Josef, den Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus genannt wird. Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Die Kirche feiert heute das Fest des Heiligen Josef, des Bräutigams Mariens. Als Nachkomme Davids kam ihm die Aufgabe zu, Jesus in die Nachkommenschaft Davids einzugliedern und an die Gestalten der Patriarchen anzuknüpfen, die oft im Traum Offenbarungen Gottes empfangen hatten. Er sollte mit dem kleinen Jesus den Weg des Exodus aus Ägypten in das gelobte Land nachgehen, um ihn voll und ganz in die Geschichte Israels einzufügen und zum Erben der Verheißungen zu machen. Als schweigsamer Mann lernte Josef Tag für Tag den Willen des Herrn kennen und war gehorsam. Eine alte Legende erzählt, er sei in einem großen Frieden entschlafen, den Jesus ihm geschenkt habe. Deshalb wurde er in der westlichen Tradition schon bald um die Gabe einer guten Sterbestunde angerufen. Die Ostkirchen gedenken seiner in den Tagen nach Weihnachten gemeinsam mit David und dem Herrenbruder Jakobus. Seine mit der Kindheit Jesu verbundene Gestalt weist uns auf die unerlässliche Haltung des Zuhörens hin, die jeder Gläubige besonders in Zeiten großer Schwierigkeiten einnehmen soll. Der Abschnitt aus dem Matthäusevangelium berichtet, wie Josef in das Geheimnis der Geburt Jesu hineingenommen wird. Es scheint, als wollte der Evangelist betonen, dass die Geburt Jesu nicht den gängigen Regeln entsprach. Er spricht von Josef und dem doppelt schweren Drama, das er durchlebt. Als betrogener Ehemann musste er eigentlich ein offizielles Scheidungsverfahren einleiten und Maria des Ehebruchs anklagen. Deshalb hatte Josef beschlossen, sich von seiner jungen Braut zu trennen, doch im Geheimen. Diese Geste zeugt von einer feinfühligen Gerechtigkeit, die auch als barmherzig angesehen werden kann. Gleichwohl hätte sich dieser gerechte Mann, der noch feinfühliger war als das Gesetz, bei einem solchen Verhalten der tieferen Gerechtigkeit Gottes widersetzt. Denn Gott ist größer als das Gesetz, wie Josef durch den Engel offenbart wird. Josef hört auf ihn und versteht, was um ihn herum und in ihm geschieht. So wird er zum Jünger des Evangeliums. Der Engel fügt hinzu: "Ihm sollst du den Namen Jesus geben." Josef soll anerkennen und aussprechen, wer dieser Sohn ist. Deshalb ist Josef der Inbegriff des Gläubigen, der zuhören kann und Jesus zu sich nimmt. Wenn wir auf das Evangelium hören, werden auch wir Jesus als Freund unserer Tage und unseres ganzen Lebens zu uns nehmen können.