Vorabend des Sonntags

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 13,1-9

Zur gleichen Zeit kamen einige Leute und berichteten Jesus von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte. Und er antwortete ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder waren als alle anderen Galiläer, weil das mit ihnen geschehen ist? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms am Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass sie größere Schuld auf sich geladen hatten als alle anderen Einwohner von Jerusalem? Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Winzer: Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Winzer erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen!

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus hat gerade aufgehört, zu der Menge zu sprechen, als ihm jemand von einem Blutbad berichtet, das auf Befehl des Pilatus unter einigen Galiläern angerichtet worden ist, die möglicherweise versucht hatten, einen Aufstand anzuzetteln. Dieses Ereignis gibt Jesus Gelegenheit, darzulegen, dass das Böse oder das Unglück, das uns widerfährt, nicht direkt aus der Schuld des Einzelnen folgt. Um seinen Gedanken zu erläutern, fügt er noch ein weiteres Ereignis hinzu, das eher einer Naturkatastrophe ähnelt, nämlich die Todesopfer, die der Einsturz des Turmes von Schiloach gefordert hatte. Der Herr fordert alle Menschen und besonders die Jünger des Evangeliums auf, sich an diesem schweren Kampf gegen die Bosheit und gegen den Fürsten des Bösen zu beteiligen, der die Völker unablässig drängt, sich zu entzweien und zu bekämpfen und ihr gemeinsames Haus - die Schöpfung - zu zerstören, bis es unbewohnbar wird. Das erklärt auch den Aufruf zur Umkehr, einer Umkehr zum Evangelium der Liebe, mithin zur weltumspannenden Geschwisterlichkeit und zu der ökologischen Umkehr für das gemeinsame Haus. Das Gleichnis vom Feigenbaum, das Jesus hinzufügt, soll an die Bedeutung des Fürbittgebetes erinnern. So oft stoßen wir uns an Situationen, die anscheinend schwer zu ändern sind oder trotz all unserer Bemühungen mehr oder weniger gleich bleiben. Sie ähneln jenem Feigenbaum aus dem Evangelium, der keine Früchte trägt. Drei Jahre lang hat der Besitzer dieses Baumes versucht, Früchte zu ernten, aber nie welche gefunden. Nun ist seine Geduld erschöpft, und er wendet sich an den Weingärtner, der den Baum fällen soll, damit er wenigstens nicht noch grundlos den Boden auslaugt. Der Weingärtner, der die Pflanze gehegt und dabei auch liebgewonnen hat, bittet den Besitzer, den Boden noch einmal umgraben und düngen zu dürfen. Er ist sicher, dass der Feigenbaum Früchte tragen wird. Jesus mahnt uns, geduldig zu sein, jenen Feigenbaum weiterhin zu hegen und zu pflegen, damit er zu seiner Zeit Frucht bringt. Wir müssen von Gott Geduld erlernen, Gottes Geduld, die für alle zu hoffen vermag, die den glimmenden Docht nicht auslöscht und den Schwachen begleitet und umsorgt, damit er zu Kräften kommt und seinerseits einen Beitrag der Liebe leisten kann. Die Fürbitte, an die das heutige Evangelium erinnert, fordert die Christen zu diesem priesterlichen Dienst auf, nämlich unermüdlich zu beten, damit der Friede in die Welt kommt und die Menschen die Gotteskindschaft und die Geschwisterlichkeit untereinander wiederentdecken.