Vorabend des Sonntags

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 9,43b-45

Behaltet diese Worte in euren Ohren: Der Menschensohn wird nämlich in die Hände von Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, sodass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

"Behaltet diese Worte in euren Ohren: Der Menschensohn wird nämlich in die Hände von Menschen ausgeliefert werden." Dieses Mal weist Jesus mit keinem Wort auf seine Auferstehung hin. "In die Hände von Menschen ausgeliefert werden" steht in der Sprache der Bibel für das schmerzliche und grausame Schicksal eines von Gott Verlassenen, der der Macht der Menschen preisgegeben wird. Doch trotz dieser Deutlichkeit begreifen die Jünger nicht. Wie oft sind auch wir wie die Jünger damals weit von den Gedanken und Anliegen Jesu und besonders von dem Bewusstsein entfernt, das er von sich selbst und von seiner Sendung hatte! Dabei geht es nicht nur um das Unverständnis der Jünger, sondern um die Herzensverhärtung, die dem droht, der sich weigert, die Wirklichkeit der Schwäche und des Leidens zu akzeptieren. Der Apostel Paulus bringt das im ersten Brief an die Korinther treffend auf den Punkt: "Wir dagegen verkünden Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit" (1 Kor 1,23-24). Der Kreuzweg ist und bleibt auch für uns und für die in der Welt so weit verbreitete Kultur des Individualismus ein Ärgernis. Dennoch ist das Kreuz der Ursprung des Heils, diese grenzenlose Liebe Jesu bewirkt die Erlösung der Menschen von der Knechtschaft der Sünde. Lukas merkt an, dass die Jünger die Worte Jesu noch immer nicht verstehen und schweigen, ohne nach weiteren Erklärungen zu fragen. Es ist eine Haltung des Misstrauens gegenüber Jesus und des Vertrauens auf ihre eigene Unwissenheit. Sie wollen lieber im Dunkel bleiben. Es ist nötig, sich weiterhin Tag für Tag vom Wort Gottes leiten und belehren zu lassen. Im Zuhören werden wir die Weisheit des Evangeliums finden.