Vorabend des Sonntags

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 17,14-19

Als sie zu den Volksscharen zurückkamen, trat ein Mensch auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn! Er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden. Oft fällt er ins Feuer und oft ins Wasser. Ich habe ihn schon zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen. Da sagte Jesus: O du ungläubige und verkehrte Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Und Jesus drohte ihm und der Dämon fuhr von ihm aus. Und der Knabe war von jener Stunde an geheilt. Als die Jünger mit Jesus allein waren, wandten sie sich an ihn und fragten: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben?

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein Mann tritt an Jesus heran und bittet ihn um Erbarmen mit seinem Sohn. Das Leid wird oft zu einer Bitte um Erbarmen, weil es sowohl für den, der es erduldet, als auch für den, der seinen von ihm betroffenen Lieben beisteht, unerträglich ist. Der Junge ist nicht Herr seiner selbst, wie so viele junge Menschen, die oft in Abhängigkeiten geraten und dadurch die Kontrolle verlieren. Um den Meister nicht zu belästigen, hatte der Vater seinen Sohn zu den Jüngern gebracht und gehofft, dass sie ihn heilen können. Doch es ist ihnen nicht gelungen. Jesus äußert zunächst eine laute Klage: "O du ungläubige und verkehrte Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen?" Diese Worte klingen wie der Tadel einer Generation, die von ihm Heilungen fordert, sich aber nicht für den Plan der Liebe des Vaters gewinnen lassen will. Sofort lässt Jesus den Jungen herbringen. Ein Wort genügt, "Jesus drohte ihm", und "der Dämon fuhr von ihm aus". Als die Jünger das Wunder erleben, sind sie verunsichert und zugleich erstaunt. Als sie mit Jesus allein sind, bitten sie ihn um Erklärungen, weshalb sie nicht in der Lage gewesen sind, den Jungen zu heilen. Jesus antwortet sehr deutlich und sagt, Ursache hierfür sei ihr kleiner Glaube. Weder Worte noch Techniken befreien die Menschen von unreinen Geistern, sondern die Liebe Gottes als einzig wahre Stärke der Jünger. Jesu Worte offenbaren, dass die Jünger keinen Glauben hatten und anderswo Kraft gesucht hatten. Wie leicht verlassen auch wir uns auf persönliche Fähigkeiten oder auf die Macht dieser Welt! Das alles kann unser Leben und das der Welt nicht verändern. Jesus erklärt, dass die Stärke der Jünger allein ihr Glaube ist, und sei er auch nur klein: "Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort! und er wird wegrücken." Ausgehend von diesem Scheitern weist Jesus den Jüngern eine hoffnungsvolle Zukunft: "Nichts wird euch unmöglich sein." Der Herr wird weiter auch durch seine Jünger in der Welt und in der Geschichte handeln.