Vorabend des Sonntags

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Gedenktag des heiligen Romuald († 1027). Er war Einsiedler und Gründer des Ordens der Kamaldulenser.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 6,24-34

Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn nach alldem streben die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

"Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon", sagt Jesus zu seinen Jüngern. Mammon ("mamonas" ist die griechische Form eines aramäischen Wortes, das "Reichtum" bedeutet) wird hier als Person dargestellt, denn er verhält sich wirklich wie ein Diktator, obwohl er kein Gesicht und natürlich auch keine Seele besitzt. Die Diktatur des "Reichtums" ist unerbittlich: wer sich ihr unterwirft, dem raubt sie die Seele. Aus ihr erwachsen Konflikte, Unruhen, Hass und Kriege, die das Leben vieler Völker bis heute zugrunde richten und mit Trauer erfüllen. Der Herr dagegen ist "Liebe", die von uns eine freie Antwort verlangt. Gott sucht keine Untergebenen, sondern Freunde. Jesus weiß, dass wir in der Liebe, in der Gerechtigkeit und im Einsatz für Freiheit und den Fortschritt aller und besonders der Ärmsten wachsen, wenn wir mit Gott verbunden sind. Deshalb ist es nicht möglich, beiden zu dienen, Gott und dem Reichtum, dem Evangelium und dem Geld. Das Herz kann sich nicht zerreißen. Die von Jesus geforderte ausschließliche Liebe lebt er selbst an erster Stelle. Im Ersten Testament bezeichnet sich der Herr wiederholt als ein "eifersüchtiger Gott". Seine Eifersucht gilt nicht nur ihm, sondern auch uns. Wer auf Gott vertraut, wird daher frei von der Knechtschaft der weltlichen Dinge und weiß, dass es ihm an nichts fehlen wird. Oft hindert die Sorge um die Dinge unseres Leben uns daran, großzügig für die Weitergabe des Evangeliums tätig zu sein. Jesus erinnert daran: "Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt... Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht." Der Herr ist ein guter Vater und sorgt sich um seine Kinder. Er kennt ihre Bedürfnisse. Wenn viele nicht genug zu essen und anzuziehen haben, liegt es daran, dass andere nicht das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit suchen, sondern nur den eigenen Gewinn, dass sie für sich behalten, was für alle bestimmt ist. Gott lässt niemanden im Stich. Als Adam und Eva den irdischen Garten verließen, machte Gott ihnen Kleidung, damit sie nicht unter der Kälte der Geschichte leiden müssen. Die wahre Sorge der Jünger, sagt Jesus, muss die Sorge um das Reich sein, also um die Weitergabe des Evangeliums an alle Völker, um den Aufbau der Kirche in der Welt und um den Dienst an den Armen. Nach dieser "Gerechtigkeit" muss der Jünger streben. Der Herr steht uns bei, er stützt und behütet uns, damit das Evangelium verkündet werde und die Menschen das Heil finden.