Vorabend des Sonntags

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Philipper 1,18-26

Aber was liegt daran? Auf jede Weise, ob vorgetäuscht oder in Wahrheit, wird Christus verkündet und darüber freue ich mich. Doch ich werde mich auch weiterhin freuen; denn ich weiß: Das wird zu meiner Rettung führen durch euer Gebet und durch die Hilfe des Geistes Jesu Christi. Denn ich erwarte und hoffe, dass ich in keiner Hinsicht beschämt werde, dass vielmehr Christus in aller Öffentlichkeit - wie immer, so auch jetzt - verherrlicht werden wird in meinem Leibe, ob ich lebe oder sterbe. Denn für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn. Wenn ich aber weiterleben soll, bedeutet das für mich fruchtbares Wirken. Was soll ich wählen? Ich weiß es nicht. Bedrängt werde ich von beiden Seiten: Ich habe das Verlangen, aufzubrechen und bei Christus zu sein - um wie viel besser wäre das! Aber euretwegen ist es notwendiger, dass ich am Leben bleibe. Im Vertrauen darauf weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen verbleiben werde, um euch im Glauben zu fördern und zu erfreuen, damit ihr euch in Christus Jesus umso mehr meiner rühmen könnt, wenn ich wieder zu euch komme.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In den Versen, die der gehörten Lesung vorangehen (Phil 1,12-17), schreibt der Apostel an die Christen von Philippi, dass seine Gefangenschaft für ihn zu einer Gelegenheit geworden ist, das Evangelium zu verkünden. Die unangenehmen Seiten seiner Haft lässt der Apostel unerwähnt. Die Leidenschaft für das Evangelium hat die Gefangenschaft vielmehr zu einer außerordentlichen Gelegenheit werden lassen, das Evangelium zu verkünden. Der Apostel hat wahrhaftig sein ganzes Leben zu einem umfassenden Dienst am Evangelium Jesu gemacht. Sein persönliches Schicksal, sein Leben und sein Tod sind für ihn zweitrangig. Was zählt, ist die Verkündigung des Evangeliums. Das ist eine wichtige Lehre für uns alle, die wir uns so oft von unserer Trägheit oder von der Enge unserer persönlichen Horizonte einschränken lassen. Der Apostel will, dass auch die Christen von Philippi begreifen, dass gerade dies die Aufgabe der Jünger Jesu ist: immer Zeugnis für das Evangelium abzulegen. Diese Aufgabe ist so unverzichtbar, dass er sogar schreibt: „Auf jede Weise, ob vorgetäuscht oder in Wahrheit, wird Christus verkündet und darüber freue ich mich" und „werde mich auch weiterhin freuen". Das Evangelium weiterzugeben heißt nämlich, mit Worten und mit dem eigenen Leben erfahrbar zu machen, wie groß die Liebe Gottes ist, die sich in Jesus, dem Herrn, geoffenbart hat. Von dieser Leidenschaft des Paulus müssen wir Christen zu Beginn dieses neuen Jahrhunderts uns alle zutiefst hinterfragen lassen. Haben wir diese Aufgabe, die Gott doch ausnahmslos jedem Jünger anvertraut hat, nicht häufig an andere delegiert? Jeder müsste sagen können, wenn er den Philipperbrief liest: „Für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn." Wenn der Herr uns das Leben schenkt, dann leben wir für den Herrn und für das Evangelium, weil wir nur so für die anderen und für die Welt wirklich eine Hilfe sein können.