Vorabend des Sonntags

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Gedenktag der beiden syrischen Märtyrer und Heiligen Kosmas und Damian († um 303). Nach der Überlieferung waren sie Ärzte, die Kranke unentgeltlich behandelten. Besonderes Gedenken an alle, die sich der Pflege und Betreuung von Kranken widmen.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Kohelet 11,9-12,8

Freu dich, junger Mann, in deiner Jugend, sei heiteren Herzens in deinen frühen Jahren! Geh auf den Wegen, die dein Herz dir sagt, zu dem, was deine Augen vor sich sehen! Und sei dir bewusst, dass Gott über all dies mit dir ins Gericht gehen wird! Halte deinen Sinn von Ärger frei und schütz deinen Leib vor Krankheit; denn die Jugend und das dunkle Haar sind Windhauch! Denk an deinen Schöpfer in deinen frühen Jahren, ehe die Tage der Krankheit kommen und die Jahre dich erreichen, von denen du sagen wirst: Ich mag sie nicht!, ehe Sonne und Licht und Mond und Sterne erlöschen und auch nach dem Regen wieder Wolken aufziehen: am Tag, da die Wächter des Hauses zittern, die starken Männer sich krümmen, die Müllerinnen ihre Arbeit einstellen, weil sie zu wenige sind, es dunkel wird bei den Frauen, die aus den Fenstern blicken, und das Tor zur Straße verschlossen wird; wenn das Geräusch der Mühle verstummt, steht man auf beim Zwitschern der Vögel, doch alle Töchter des Liedes ducken sich; selbst vor der Anhöhe fürchtet man sich und vor den Schrecken am Weg; der Mandelbaum blüht, die Heuschrecke schleppt sich dahin, die Frucht der Kaper platzt, doch ein Mensch geht zu seinem ewigen Haus und die Klagenden ziehen durch die Straßen - ja, ehe die silberne Schnur zerreißt, die goldene Schale bricht, der Krug an der Quelle zerschmettert wird, das Rad zerbrochen in die Grube fällt, der Staub auf die Erde zurückfällt als das, was er war, und der Atem zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat. Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, das ist alles Windhauch.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Kohelet beschließt dieses Büchlein, das er an die Jugendlichen gerichtet hat, mit einer Meditation über die Lebenszeit. Er stellt die Jugend als den Frühling und das Alter als den Winter dar, wenn weder tags die Sonne noch nachts der Mond und die Sterne scheinen werden. Wenn es nach dem Regen nicht gleich wieder aufklaren wird wie im Frühling, sondern neue Wolken aufziehen werden. Nach dem Winter des Alters wird kein Frühling mehr kommen. Außerdem vergleicht er das Leben mit einem Haus, das zunächst, in der Jugend, von Leben und Freude erfüllt, dann aber zunehmend verlassen und verfallen ist. Auch über das Haus des Reichen werden Verlassenheit und Einsamkeit kommen, die Wächter werden alt und zittrig werden und die Herren sich krümmen unter der Last der Jahre. Mit einer Reihe von Bildern beschreibt der Verfasser den körperlichen Niedergang. Nach und nach verlassen den alten Menschen die physischen Kräfte. Schließlich kommt der Moment, in dem der Mensch „zu seinem ewigen Haus" geht. Klagelieder werden über ihn gesungen. Mit dem Tod zerreißt die silberne Schnur, bricht die goldene Schale, wir der Krug an der Quelle zerschmettert. Die Schale und der Krug stehen für das Leben. Dieses traurige und melancholische Lied über das Alter handelt jedoch nicht von der Erfahrung des Scheiterns, sondern davon, sich gänzlich unbefangen als Geschöpf Gottes zu erkennen. Der Gedanke an den Tod lehrt uns, unsere Endlichkeit und Begrenztheit furchtlos zu leben. Der weise Mensch erkennt seine Grenzen und seine Hinfälligkeit und findet so die Freiheit, das Leben als ein Geschenk des Schöpfers zu genießen und es, wenn es an sein Ende gelangt ist, vertrauensvoll in seine Hände zu legen, denn er wird es aufnehmen.